4. Malereien & Musen

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Deckengemälde 

Auch das Fresko an der Decke des Haupttreppenhauses mit dem Titel „Die Anerkennung“ sowie die flankierenden halbreisförmigen Seitenbildern mit Darstellungen von Garderoben und Theatermalerei sind Werke des Wiener Malers Franz Dobyaschofsky.
Das Deckenbild zeigt „Die Anerkennung“ als schwebende weibliche Figur mit Notenrolle und Posaune in ihrer linken Hand sowie einen Lorbeerkranz in ihrer Rechten. Ein sie begleitende Genius schüttet Goldstücke aus einer silbernen Schüssel in die Tiefe.

Ebenso wie seinem Wandgemälde „Tanz und Mimik“ hat Dobyaschofsky, der am 7. Februar Dezember 1867 starb und somit die Eröffnung des Hauses nicht erlebte, auch diesem Gemälde eine stärkere leuchtende und kräftigere Farbigkeit verliehen.
Die beiden halbkreisförmigen Seitenbilder (mit Darstellungen der Garderobe und Theatermalerei) sind in Grisailles-Technik gearbeitet: die erzielte Tiefenwirkung entsteht dabei durch die ausschließliche Verwendung von unterschiedlichen Grautönen. Durch den Kontrast zu dem farbigen Zentralbild wird dieses noch einmal verstärkt ins Zentrum der Aufmerksamkeit gelenkt.

Die Sieben freien Künste

Entlang der Balustrade umrunden Statuen den Treppenraum. Es handelt sich dabei um eine allegorische Darstellung der Sieben Freien Künste: Architektur, Bildhauerei, Malerei, Musik, Dichtkunst, Tanz und Schauspielkunst. Bemerkenswert ist, dass es an dieser sehr prominenten Stelle im Haus nicht nur um Musik oder Tanz, sondern um ein sehr alle klassischen Künste geht. In den Basisplatten unter den Figuren sind Begriffe wie „Tanzkunst“, „Malerkunst“ oder „Bildhauerkunst“ eingraviert – wohl ein Hinweis auf Richard Wagner, der ebendiese Bezeichnungen in seiner Schrift Das Kunstwerk der Zukunft verwendete. Diese – aus Carrara-Marmor geschaffenen – Statuen symbolisieren keine Einzelpersönlichkeiten, sondern den Zusammenschluss aller künstlerischen Kräfte in der Verwirklichung eines einzigen, geschlossenen und idealen Werks. So deutet die Konzeption dieser Aufstellung auf die Idee des Gesamtkunstwerks, die Richard Wagner bereits 1849 formulierte, hin. Das die Treppen emporsteigende Publikum wird also von allen Künsten umrundet, der Blick der Zuschauerinnen und Zuschauer fällt allerdings auf die beiden Gattungen im Haus am Ring: die Oper und das Ballett.