Wissenswert & kurzgefasst
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Auf seiner Suche nach einem spezifisch tschechischen Klang versuchte Bedřich Smetana auch seiner Liebe und Bewunderung für die Musikkomödien Mozarts und Wagners gerecht zu werden – mit staunenswertem Erfolg.
Das Werk reifte über eine 1866 erstaufgeführte, zweiaktige Singspielfassung mit gesprochenen Dialogen bis zu seiner durchkomponierten, dreiaktigen Form, die ihre Uraufführung 1870 erlebte. Ihrer Wiener Aufführung an der damaligen Hofoper 1896 verdankt Die verkaufte Braut ihren Durchbruch zum Welterfolg und zählte bis 1991 zum Kernbestand des Wiener Opernrepertoires.
An die frühere Wiener Tradition knüpft die Neuproduktion einerseits an, indem sie sich dafür entscheidet, das Stück in deutscher Übersetzung zu produzieren. Sie löst sich andererseits ein Stück weit von ihr, da die historische Übersetzung Max Kalbecks den sprachlichen Eigenheiten des Originals, seiner Schlichtheit, Poesie und Direktheit kaum gerecht wird.
In enger Zusammenarbeit mit der musikalischen und szenischen Leitung der Neuproduktion wurde daher eine neue Fassung erstellt.
Das Werk schildert den Ausnahmezustand, in den ein ganzes tschechisches Dorf während eines Kirtags gerät und den immer wieder ausweglos erscheinenden Kampf der jungen Mařenka um ihre scheinbar verratene und verkaufte Liebe zu Jeník.
Die utopische Gegenwelt eines Wanderzirkus hält dabei den außer Rand und Band geratenen Begierlichkeiten der Dorfbewohner, ihren Abhängigkeiten, Ängsten und Hoffnungen einen Spiegel vor.