Das Opern Air Konzert
Im Wiener Burggarten erwartet Sie ein Opern-Air-Konzert der Sonderklasse – mit u. a. Elīna Garanča, Sonya Yoncheva, Jonas Kaufmann, Benjamin Bernheim und Boris Pinkhasovich sowie dem Chor und Orchester der Wiener Staatsoper. Es dirigiert Bertrand de Billy.
Und das Beste: Der Eintritt ist frei! Und – wie auch 1955 – ist das Fernsehen mit dabei: ORF III überträgt live-zeitversetzt ab 20.15 Uhr.
Das Konzert wird danach drei Monate auf ORF.ON nachzusehen sein. Ab 18. September gibt es das ganze Konzert dann auf Arte Concert.
Die Ausstrahlung eine leicht gekürzte Fassung des Konzertes auf ARTE erfolgt am 12. Oktober und ist bereits am 5. Oktober auf arte.tv verfügbar. Beide Versionen sind nach erster Ausstrahlung ein Jahr lang in der ARTE-Mediathek abrufbar.
Programm
Chor der Wiener Staatsoper | Einzug der Gäste Tannhäuser (R. Wagner) |
Jonas Kaufmann | Cielo e mar La Gioconda (A. Ponchielli) |
Elīna Garanča | Acerba voluttà Adriana Lecouvreur (F. Cilea) |
Benjamin Bernheim Sonya Yoncheva | »Saint Sulpice« Manon (J. Massenet) |
Orchester der Wiener Staatsoper | Ouvertüre Le Nozze di Figaro (W. A. Mozart) |
Opernstudio der Wiener Staatsoper | Soave sia il vento Così fan tutte (W. A. Mozart) |
Opernschule der Wiener Staatsoper | Avec la garde montante Carmen (G. Bizet) |
Chor der Wiener Staatsoper Opernschule der Wiener Staatsoper | Les voici! Les voici! Carmen (G. Bizet) |
Jonas Kaufmann Boris Pinkhasovich Dan Paul Dumitrescu Chor der Wiener Staatsoper | Dio che nell'alma infondere Don Carlo (G. Verdi) |
Chor der Wiener Staatsoper | »Matrosenchor« Der fliegende Holländer (R. Wagner) |
Benjamin Bernheim | Ah! Iève-toi soleil! Roméo et Juliette (C. Gounod) |
Elīna Garanča | D’amour l’ardente flamme La Damnation de Faust (H. Berlioz) |
Sonya Yoncheva | Vissi d'arte Tosca (G. Puccini) |
Ensemble Chor der Wiener Staatsoper | Brüderlein und Schwesterlein Die Fledermaus (J. Strauß) |
Benjamin Bernheim | Je crois entendre encore Les Pêcheurs de perles (G. Bizet) |
Jonas Kaufmann | E lucevan le stelle Tosca (G. Puccini) |
Elīna Garanča Sonya Yoncheva | »Abendsegen« Hänsel und Gretel (E. Humperdinck) |
Orchester der Wiener Staatsoper | »Walkürenritt« Die Walküre (R. Wagner) |
Elīna Garanča Jonas Kaufmann Benjamin Bernheim Sonya Yoncheva Boris Pinkhasovich Chor der Wiener Staatsoper | Im Feuerstrom der Reben Die Fledermaus (J. Strauß) |
Hintergrund
2025 ist für Österreich ein bedeutendes Jahr. Zum 80. Mal jährt sich die Befreiung vom Nationalsozialismus bzw. die Errichtung der Zweiten Republik, weiters feiern wir 70 Jahre Staatsvertrag.
1945 und 1955 sind aber auch in der Geschichte der Wiener Staatsoper ganz entscheidende Jahreszahlen: Am 12. März 1945 trafen Bomben das Haus am Ring, große Teile brannten aus, erst nach 24 Stunden konnte man das Feuer löschen.
Bereits zwei Monate nach der Zerstörung wurde ein künstlerischer Notbetrieb in der Volksoper und später zusätzlich im Theater an der Wiener ermöglicht. Währenddessen entstand das Haus am Ring neu. Einstimmig unterstützten die Parteien der provisorischen Regierung 1945, bestehend aus ÖVP, SPÖ und KPÖ, den Plan des Wiederaufbaus.
Die feierliche Wiedereröffnung fand am 5. November 1955 statt. Nach einem Festakt am Vormittag mit viel Politik spielte man am Abend Beethovens Fidelio, »die« Oper über unrechte Herrschaft und Befreiung aus Liebe. Und die Vorstellung wurde zum Symbol für ein neues Österreich.
Wer nicht dabei war, konnte über Lautsprecher mithören, 40 Rundfunkanstalten aus der ganzen Welt übertrugen die Aufführung, gleichzeitig schlug auch die Geburtsstunde des Österreichischen Live-Fernsehens: in Sälen und Gasthäusern – denn wer hatte 1955 schon ein TV-Gerät daheim – drängten sich die Menschen, um wenigstens via Fernsehen dabei zu sein.
Dass der neue Direktor der Wiener Staatsoper, nämlich der Dirigent Karl Böhm, auch der letzte Direktor in der NS-Zeit gewesen war – darüber schwieg man.
Dass Hans Tietjen, der Regisseur des Fidelio, ebenso ein NS-Künstler war wie Rudolf Eisenmenger, der den Eisernen Vorhang gestalten durfte und für den man große Namen wie Fritz Wotruba überging – auch darüber sprach man nicht. Wie über viele und Vieles andere.
1955 war die Wiener Staatsoper demnach ein Symbol für so manches – für Freiheit, Hingabe, Leidenschaft, Identität. Und leider auch für einen höchst fragwürdigen Umgang des damaligen Österreich mit seiner unmittelbaren Vergangenheit.
Erstmals in der Geschichte des Hauses und auch in Gedenken an die Jahre 1945 und 1955 eröffnen wir daher die Saison mit einem großen Opernfest unter freiem Himmel.
Wir danken den Partnern des Opern Air
Es gilt die Haus- und Platzordnung für das Opern Air.