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© Kiran West

John Neumeier

John Neumeier zählt mit seinem über 150 Werke umfassenden Œuvre zu den bedeutendsten Choreographen unserer Zeit. Seit 1973 ist er Ballettdirektor und Chefchoreograph des Hamburg Ballett, seit 1996 Ballettintendant. Die 1978 von ihm gründete Ballettschule des Hamburg Ballett ist eine der weltweit renommierten Ausbildungsstätten. 2006 errichtete er die Stiftung John Neumeier mit dem Ziel, seine Sammlung zu Tanz und Ballett sowie sein Lebenswerk zu erhalten und zu sichern. 2011 rief er das Bundesjugendballett ins Leben.

Geboren 1939 in Milwaukee/Wisconsin, USA, erhielt er den ersten Ballettunterricht in seiner Heimatstadt, später in Kopenhagen und an der Royal Ballet School in London. Er studierte an der Marquette University in Milwaukee und machte seinen Bachelor of Arts in Englischer Literatur und Theaterwissenschaften. 1963 engagierte ihn John Cranko an das Stuttgarter Ballett, wo er später zum Solisten avancierte und seine ersten Choreographien schuf. 1969 berief ihn Ulrich Erfurth als Ballettdirektor nach Frankfurt am Main. August Everding holte ihn 1973 nach Hamburg, wo er das Hamburg Ballett zu einer der führenden Ballettcompagnien weltweit machte.

Als Choreograph ist es John Neumeiers wesentliches künstlerisches Ziel, zeitgenössische Formen für das abendfüllende Ballett – sei es dramatisch oder sinfonisch – zu finden und sie in den Kontext der klassischen Ballett-Tradition zu stellen. Ihr fühlt er sich bei seinen Neufassungen der historischen Handlungs- und Märchenballette besonders verpflichtet, etwa in seinen Versionen von Der Nussknacker, Illusionen – wie Schwanensee, Dornröschen, Giselle und der für die Pariser Oper geschaffenen Sylvia. In seinen Neuschöpfungen sucht Neumeier eigene Erzählstrukturen – in der Artus-Sage und den zahlreichen Shakespeare-Balletten ebenso wie in den Literaturballetten Die Kameliendame, Endstation Sehnsucht oder seinen Adaptionen von Ibsens Peer Gynt, Homers Odyssee, Tschechows Die Möwe, Andersens Die kleine Meerjungfrau, Manns Tod in Venedig sowie Tatjana nach Eugen Onegin von Alexander Puschkin. Seine Choreographien zu Symphonien Gustav Mahlers  fanden weltweite Anerkennung. Zu seinen Schlüsselwerken zu sakraler Musik gehören Bachs Matthäus-Passion (1981) und Weihnachtsoratorium I–VI (2013), Mozarts Requiem (1991) sowie Händels Messias (1999). John Neumeiers intensive Auseinandersetzung mit Vaslaw Nijinsky inspirierte ihn zu seinen Balletten Nijinsky und Le Pavillon d‘Armide. Außerdem widmete er sich auch dem Musical und der Opernregie. Zu seinen jüngsten Kreationen für das Hamburg Ballett zählen Ghost Light (2020), Hamlet 21 (2021), das Beethoven-Projekt II (2021) sowie Dona Nobis Pacem zu Bachs h-Moll-Messe (2023).

Als Gastchoreograph hat John Neumeier beim American Ballet Theatre, Royal Ballet London, Tokyo Ballet, Ballett des St. Petersburger Mariinski-Theaters, Ballet de l‘Opéra de Paris, Bayerische Staatsballett, Semperoper Ballett, Ballett der Deutschen Oper in Berlin, Stuttgarter Ballett, Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg, Königlich Dänische Ballett, Königlich Schwedische Ballett, Finnische Nationalballett, Ballet du XXe Siècle Brüssel, Royal Winnipeg Ballet, National Ballet of Canada, Ballet du Grand Théâtre de Genève und San Francisco Ballet gearbeitet. Einstudierungen seiner Werke zeigten das Australian Ballet, National Ballet of China, National Ballet of Canada und Bolschoi-Ballett.

Teile seiner Reihe Ballett-Werkstatt sowie mehrere seiner Ballette wurden für das Fernsehen aufgezeichnet oder sind als DVD und Blu-ray erschienen. Seine 1986 produzierte Verfilmung des Balletts Die Kameliendame wurde beim internationalen TV-Festival in New York mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.

John Neumeier ist Träger des Bundesverdienstkreuzes, des Ritterkreuzes des Dannebrog-Ordens in Gold und der Ehrenmedaille »Ingenio et arti« ‒ verliehen von Königin Margrethe II. ‒, Chevalier des Arts et des Lettres, Ehrendoktor der Schönen Künste der Marquette University in Milwaukee sowie Professor der Hansestadt Hamburg. Zu seinen weiteren Auszeichnungen zählen der Deutsche Tanzpreis, Prix Diaghilev, Prix Benois de la Danse, die Ehrenmedaille der Stadt Tokio, Carina Ari Goldmedaille, Nijinsky-Medaille, der Danza & Danza Magazine Award, Bayerische Theaterpreis, die Goldene Maske, der Hans Christian Andersen Ehrenpreis, Gustav-Gründgens-Preis, Herbert-von-Karajan-Musikpreis, Erich Fromm-Preis und der italienische Musikpreis »Una vita nella musica«. Für sein Lebenswerk erhielt John Neumeier 2006 den Prix Nijinsky, 2007 den Deutschen Kritikerpreis, 2008 den Deutschen Jubiläums-Tanzpreis, 2016 den Prix Benois de la Danse und 2017 den »Lifetime Achievement Award« des Prix de Lausanne. Darüber hinaus ist er Ehrenmitglied der Sächsischen Staatsoper Dresden, Ritter der Ehrenlegion sowie Hans-Christian-Andersen-Botschafter für Deutschland. 2007 wurde er zum Ehrenbürger der Freien und Hansestadt Hamburg ernannt.

Mit dem Ballett an der Wiener Staatsoper ist John Neumeier seit 1977 verbunden, als er mit Josephs Legende für diese Compagnie ein maßgebendes Werk schuf, das auch verfilmt wurde. Es folgten zahlreiche weitere Werke, darunter Ein Sommernachtstraum, Wie es Euch gefällt, Daphnis und Chloë, Der Feuervogel oder Le Sacre. Mehrfach choreographierte Neumeier das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker. Mit Die Kameliendame übernimmt das Wiener Staatsballett in der Spielzeit 2023/24 ein weiteres Meisterwerk John Neumeiers in sein Repertoire.

Vorstellungen mit John Neumeier

23. März 2024
Samstag
11.00 - 14.00
2 Pausen

Die Kameliendame

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24. März 2024
Sonntag
18.30 - 21.30
2 Pausen

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26. März 2024
Dienstag
19.00 - 22.00
2 Pausen

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05. April 2024
Freitag
19.00 - 22.00
2 Pausen

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07. April 2024
Sonntag
18.30 - 21.30
2 Pausen

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12. April 2024
Freitag
19.00 - 22.00
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15. April 2024
Montag
19.00 - 22.00
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17. April 2024
Mittwoch
18.30 - 21.30
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22. April 2024
Montag
19.00 - 22.00
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27. April 2024
Samstag
18.30 - 21.30
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01. Mai 2024
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04. Mai 2024
Samstag
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