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© Hannes Kilian

John Cranko

John Cranko hat von Stuttgart aus Pionierarbeit für das gesamte deutsche Ballett geleistet. 60 Jahre nach der Gründung des Stuttgarter Balletts behauptet Deutschland durch den Verdienst Crankos seinen Platz unter den großen Ballettnationen. So beruht der Weltruhm des Stuttgarter Balletts bis in die Gegenwart auf jenen Grundfesten, auf denen Cranko die Compagnie in den zwölf Jahren seines Wirkens aufbaute und mittels derer er das, wie er es nannte, »jungfräuliche deutsche Ballett« auf internationales Niveau hob: eine umfassende tänzerische Ausbildung, eine gerechte Ensemblepolitik, die Schaffung eines ausgewogenen Repertoires, die Erneuerung des abendfüllenden Handlungsballetts, die Förderung von Nachwuchschoreographen, Gastspiele und allem voran die Emanzipation des Balletts vom Opernbetrieb.

John Cranko wurde am 15. August 1927 in Rustenburg, Südafrika, geboren. Seine tänzerische Ausbildung erhielt er weitgehend an der Universität von Kapstadt, wo er 1942 auch sein erstes Ballett zu Strawinskis Suite aus »Die Geschichte vom Soldaten« choreographierte. Im Jahre 1946 setzte er seine Studien an der Sadler’s Wells School, London, fort und wurde wenig später Mitglied des Sadler’s Wells Ballet, des späteren Royal Ballet. 1947 kreierte Cranko für das Sadler’s Wells Ballet eine aufsehenerregende Choreographie zu Debussys »Children’s Corner«. Von 1949 an verfolgte er eine ausschließlich choreographische Laufbahn mit äußerst erfolgreichen Stücken – meist für das Sadler’s Wells Ballet. 1955 choreographierte er für die Pariser Oper »La Belle Hélène«. Seine erste abendfüllende englische Ballett-Uraufführung für das Royal Ballet, »Der Pagodenprinz«, fand 1957 statt.

Im Jahre 1961 wurde John Cranko von Walter Erich Schäfer, dem damaligen Generalintendanten der Württembergischen Staatstheater, zum Stuttgarter Ballettdirektor berufen. Mit John Cranko begann in Stuttgart die Blütezeit des Balletts. Am Anfang schuf Cranko kleine Choreographien und sammelte eine Gruppe von Tänzern um sich, unter denen auch Marcia Haydée, Egon Madsen, Richard Cragun und Birgit Keil waren. Der Durchbruch für Cranko und die gesamte Truppe gelang im Dezember 1962 mit der Uraufführung von Crankos »Romeo und Julia«. Von Kritikern und vom Publikum umjubelt, läutete diese Produktion die große Ära des Stuttgarter Balletts ein. Es folgten kleine choreographische Juwelen wie u.a. »Jeu de Cartes«, »Opus 1« und »Initialen R.B.M.E.« sowie die großartigen Handlungsballette »Onegin«, »Schwanensee«, »Der Widerspenstigen Zähmung«, »Carmen«, »Poème de l’extase« und »Spuren«. Außerdem ermutigte Cranko junge Tänzer seiner Compagnie, darunter auch Jiří Kylián und John Neumeier, zum Choreographieren.

Crankos Talent, Geschichten nuanciert zu erzählen, seine klaren, dramatischen Strukturen und die außerordentliche Art und Weise, wie er die Kunst des Pas de deux beherrschte, eroberten das Publikum in New York während einer triumphalen Spielzeit an der Metropolitan Opera im Jahr 1969. Mit zunehmendem Ruhm begann Cranko mit dem Stuttgarter Ballett, Tourneen in der ganzen Welt durchzuführen, u.a. in den USA, Israel, Paris und in der Sowjetunion, die den Weltruhm der jungen Truppe und das »Stuttgarter Ballettwunder« sicherten. 1971 eröffnete er die erste staatliche Ballettschule der damaligen Bundesrepublik Deutschland, bis heute trägt die international anerkannte Ausbildungsstätte seinen Namen.

Am 26. Juni 1973 verstarb John Cranko im Alter von nur 45 Jahren unerwartet auf einem Rückflug von einer erfolgreichen USA-Tournee.

Nachdem Cranko für das Wiener Ballett »Der Pagodenprinz« (1967) von Waclaw Orlikowsky das Libretto verfasst hatte, war von 1975 bis 2014 seine Fassung von »Romeo und Julia« fester Bestandteil des Repertoires der Wiener Staatsoper. Sein Ballett »Onegin« kam 2006 erstmals in einer Neueinstudierung mit dem Wiener Staatsballett zur Premiere, die auch in der Saison 2021/22 zu sehen sein wird.

Vorstellungen mit John Cranko

23. Dezember 2021
Donnerstag
19.00 - 21.15
2 Pausen

Onegin

28. Dezember 2021
Dienstag
19.00 - 21.15
2 Pausen

Onegin

29. Dezember 2021
Mittwoch
19.00 - 21.15
2 Pausen

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07. Jänner 2022
Freitag
19.00 - 21.15
2 Pausen

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11. Jänner 2022
Dienstag
19.00 - 21.15
2 Pausen

Onegin

20. September 2022
Dienstag
19.30 - 21.45
2 Pausen

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23. September 2022
Freitag
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Montag
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Montag
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23. Jänner 2023
Montag
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Montag
2 Pausen

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