Alice Necsea

Alice Necsea wurde in Brasov (Rumänien) geboren und am Ballettinstitut in Bukarest ausgebildet. Von 1977 bis 1984 war sie Mitglied des Balletts der Staatsoper Bukarest. 1984 wechselte sie an das Nationaltheater Sarajewo, wo sie bis 1988 als Erste Solotänzerin engagiert war. Im selben Jahr wurde sie Mitglied des Wiener Staatsopernballetts, wo sie unter den Direktionen von Gerhard Brunner, Elena Tschernischova, Anne Woolliams, Renato Zanella, Gyula Harangozó und Manuel Legris wirkte sowie aktuell unter Martin Schläpfer. Ihr Wiener Repertoire umfasste zahlreiche Solopartien in den Klassikereinstudierungen von Rudolf Nurejew und Juri Grigorowitsch sowie in Balletten von Gerald Arpino, George Balanchine, John Cranko, Jiří Kylián, Kenneth MacMillan, John Neumeier und Rudi van Dantzig. Zudem tanzte sie in Werken von Oleg Danovski und Waclaw Orlikowsky. 1999 wurde sie Probenleiter-Assistentin, seit 2000 ist sie Proben- und Trainingsleiterin an der Wiener Staatsoper bzw. seit der Saison 2020/21 Ballettmeisterin des Wiener Staatsballetts.

Ihre pädagogische Ausbildung erhielt Alice Necsea in Wolfsegg bei Eugen Dostal und Karol Tóth. In der Folge wirkte sie als Pädagogin unter anderem am Ballettgymnasium in Bukarest, in der Prager Oper, an den Nationaltheatern von Sarajewo und Zagreb, im Stadttheater Baden sowie bei Workshops in den USA (Boulder Ballet), Ungarn und Kroatien.

Verschiedentlich war sie auch als Choreographin tätig und schuf erste Werke für das Prag Festival Ballett, weitere für die von den Freunden der Wiener Staatsoper organisierte Veranstaltungsserie »Junge Choreographen«, darunter »Serenade Opus 5« (Musik: Eugen Suchoň), »Ballade für Sarajewo« (Musik: Ciprian Porumbescu) und »Augenblicke der Gefühle« (Musik: Ludwig van Beethoven) sowie Tanzstücke für verschiedene EU-Projekte.

Darüber hinaus zeichnete Alice Necsea unter anderem für Einstudierungen von Renato Zanellas »Laus Deo« in Wolfsegg, Manuel Legris’ »Sylvia« an der Mailänder Scala sowie William Forsythes »Slingerland pas de deux« und Rudolf Nurejews »Raymonda« an der Wiener Staatsoper mitverantwortlich.

© Andreas Jakwerth