A Suite of Dances

Choreographie Jerome Robbins, George Balanchine

Neueinstudierung

23. Mai 2021
Sonntag
2 Pausen
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30. Mai 2021
Sonntag
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30. Mai 2021
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04. Juni 2021
Freitag
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05. Juni 2021
Samstag
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07. Juni 2021
Montag
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11. Juni 2021
Freitag
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Besetzung 23.05.2021

Glass Pieces

Musikalische Leitung Benjamin Pope
Komponist Philip Glass
Choreographie Jerome Robbins
Bühne Jerome Robbins Ronald Bates
Kostüme Ben Benson
Licht Ronald Bates
Einstudierung Jean-Pierre Frohlich

Duo Concertant

Komponist Igor Strawinski
Choreographie George Balanchine
Licht Ronald Bates
Einstudierung Ben Huys

A Suite of Dances

Komponist Johann Sebastian Bach
Choreographie Jerome Robbins
Kostüm Santo Loquasto
Licht Jennifer Tipton
Einstudierung Jean-Pierre Frohlich
Violoncello Ditta Rohmann

The Concert

Musikalische Leitung Benjamin Pope
Musik Frédéric Chopin in einer Orchestrierung von Clare Grundman
Choreographie Jerome Robbins
Bühne Saul Steinberg
Kostüme Irene Sharaff
Licht Jennifer Tipton
Einstudierung Ben Huys

Inhalt

Ein Tanzfest der amerikanischen Neoklassik mit Werken von George Balanchine und Jerome Robbins – neu kombiniert aus dem Wiener Repertoire und ergänzt um die Staatsballett-Erstaufführung von »A Suite of Dances«!

Verwurzelt in der Ballettwelt des zaristischen Sankt Petersburg wurde für George Balanchine die Vergangenheit zu einem Sprungbrett in die Zukunft. In Paris schloss er sich in den 1920er Jahren den Ballets Russes an – und damit der Avantgarde. Ab 1934 machte er New York zur neuen Heimat des Balletts. Mit seinem 425 Werke umfassenden Œuvre entwickelte Balanchine den klassisch-akademischen Tanz für das 20. Jahrhundert weiter und gründete mit dem New York City Ballet eine der bedeutendsten modernen Compagnien. Als er 1949 Jerome Robbins zum Associate Artistic Director berief, begann auch für diesen eine über 40-jährige Bindung an Balanchines Ensemble. Mit seinen Balletten und seinen Arbeiten für den Broadway gelang es Robbins auf faszinierende Weise, hohe Kunst und kommerzielle Unterhaltung zusammenzudenken. Musicals wie »West Side Story«, »Fiddler on the Roof« oder »The King and I« sind mit seinem Namen ebenso verbunden wie subtile choreographische Studien über den modernen Menschen.

Robbins war einer der ersten Choreographen, die sich von der Musik des heute für den Tanz so beliebten und oft genutzten amerikanischen Minimalisten Philip Glass inspirieren ließen. 1983 kreierte er mit seinen »Glass Pieces« zu Ausschnitten aus »Glassworks« und der Oper »Akhnaten« ein Ballett, das von den Energien urbanen Lebens angetrieben wird. Wie unter Starkstrom gesetzt entfalten 42 Tänzerinnen und Tänzer durch die Verschmelzung von Athletik und Eleganz, klassischem Ballett, Modern Dance und Alltäglichem eine Architektur aus Körpern und Bewegungen. Zu den repetitiven Strukturen der Musik, die in einem Millimeterpapier-ähnlichen Gitterwerk als Backdrop ihr visuelles Pendant finden, entwirft Robbins von den Grundelementen menschlicher Fortbewegung wie einfaches, alltägliches Gehen, stilisierte Schritte, Laufen und Rennen ausgehend, eine Bewegungsstudie über die Entindividualisierung und das Getriebensein des Menschen. Nur für einen Moment steht die Welt in diesem atem(be)raubenden Geschehen still: einem für die beiden NYCB Principals Maria Calegari und Bart Cook geschaffenen Pas de deux, mit dem Robbins mit großer Innigkeit, aber ohne alle Sentimentalität den Fokus von der Masse weg auf den Einzelnen lenkt – Mann und Frau, ein Paar, sich auf Augenhöhe begegnend.

Das Zentrum des Programms bilden zwei kammerspielartige Miniaturen der amerikanischen Neoklassik: In Balanchines »Duo Concertant« (1972) zum gleichnamigen Werk für Violine und Klavier von Igor Strawinski stehen eine Tänzerin und ein Tänzer zunächst als stille Zuhörer hinter einem Konzertflügel und lauschen der Musik. Doch bald schon mischen sie sich in die konzertante Aufführung ein und verlieren sich mit einer Fülle raffiniertester choreographischer Ideen in einem Paartanz, der sich zu einem berührenden Kammerspiel über Liebe und Verlangen verdichtet.

Eine intime »Unterhaltung« ist Robbins’ 1994 für Mikhail Baryshnikov kreierte »Suite of Dances«. Zu mehreren Sätzen aus Johann Sebastian Bachs Suiten für Solo-Violoncello entspinnt sich voller Natürlichkeit und feiner Nuancen ein ebenso geistreich-witziger wie nachdenklicher Dialog zwischen einem Tänzer und einer Cellistin.

Eines der komischsten Werke der Ballettgeschichte ist »The Concert« (1956). Mit geradezu heiligem Ernst lässt Robbins einen Pianisten Chopin spielen und das Ballettensemble zu den Klängen der Musik nicht nur in die raffiniertesten Spiele der Fantasie, sondern auch in eine irrwitzige Folge von Pannen und Slapstick-artigen Nummern geraten. Ballerinen in Tutus werden wie leblose Schaufensterpuppen über die Bühne getragen, verheddern sich in einem chaotischen Wirrwarr und versuchen vergeblich in dem berühmten »Mistake Waltz« ihre Schritte in Einklang zu bringen. Ein frustrierter Ehemann schleicht voller Mordgelüste um seine gelangweilte Ehefrau und steigert sich in peinliche Männlichkeitsfantasien hinein, nachdem eine »Mad Ballerina« ihm die »Schmetterlinge im Bauch« geweckt hat. Das flatterhafte Vergnügen geht schließlich sogar dem Pianisten zu weit: Mit einem Netz bewaffnet versucht er all die Phantasmagorien, die er mit Chopins Musik beschworen hat, wieder einzufangen.