Falstaff

Musik Giuseppe Verdi Text William Shakespeare & Arrigo Boito

Wiederaufnahme

04. September 2021
Samstag
19.00 - 21.30
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08. September 2021
Mittwoch
19.00 - 21.30
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12. September 2021
Sonntag
19.00 - 21.30
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16. September 2021
Donnerstag
19.00 - 21.30
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14. Juni 2022
Dienstag
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Freitag
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21. Juni 2022
Dienstag
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24. Juni 2022
Freitag
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Besetzung 04.09.2021

Dirigent Nicola Luisotti
Regie und Licht Marco Arturo Marelli
Bühne Marco Arturo Marelli
Kostüme Dagmar Niefind
Falstaff Wolfgang Koch
Ford Boris Pinkhasovich
Fenton Josh Lovell
Alice Ford Eleonora Buratto
Nannetta Slávka Zámečníková
Mrs. Quickly Monika Bohinec
Meg Page Virginie Verrez

Inhalt

Falstaff ist Verdis letzte Oper. Mit ihr versuchte sich der Komponist noch einmal am Genre der heiteren Oper, einer Gattung, die er seit seinem rund 50 Jahre zurückliegenden Misserfolg mit Un giorno di regno nicht mehr angerührt hatte. Librettist des Falstaff ist Arrigo Boito, ein Komponistenkollege (er schrieb unter anderem Mefistofele), der zahlreiche erfolgreiche Textbücher verfasste. Mit dieser Oper ist dem kongenialen Künstlergespann eine neue Form der musikalischen Komödie gelungen, die zwar in vielem – wie den Figurentypen – an die Tradition anknüpft, doch einen gänzlich anderen Weg nimmt: ein konventionsbefreites Werk, ungemein feinsinnig in seiner Struktur und seinen Querverbindungen, fernab vom plumpen Lachtheater. Basis war William Shakespeares Posse The Merry Wives of Windsor, das der Theaterautor angeblich in nur zwei Wochen auf Anweisung von Königin Elizabeth I. schrieb. Uraufgeführt wurde Falstaff 1893 an der Scala — wenige Tage nach der Uraufführung des ersten wirklich durchschlagenden Erfolges des jungen Giacomo Puccini, Manon Lescaut — damit hatte eine Art kompositorischer Generationenübergabe stattgefunden. Die Oper erzählt die Geschichte des heruntergekommenen Ritters Falstaff, der sich amouröse, vor allem aber finanzielle Zuwendungen seitens zweier verheirateter Damen erhofft, ungeschickt um diese wirbt und zuletzt an der Nase herumgeführt wird. Die Oper endet mit einer in die Musikgeschichte eingegangenen riesenhaften Fuge, in der das Fazit des Werkes – alles ist Narrheit auf Erden – musikalisch durchdekliniert wird. In Wien wurde Falstaff noch im Uraufführungsjahr 1893 an der Hofoper im Zuge eines Scala-Gastspiels gegeben. 1904 folgte die erste reguläre Eigenproduktion in deutscher Sprache unter Gustav Mahler.


Handlung

Sir John Falstaff, Ritter und Lebemann, der mehr gute Tage hinter als vor sich hat, ist am Ende seiner finanziellen Mittel angelangt. Doch kennt er weder Furcht noch Selbstzweifel und bricht zu neuen Abenteuern auf: Gleich zwei Damen der Gesellschaft – Alice Ford und Meg Page – schreibt er gleichlautende feurige Liebesbriefe, zumal er sich neben amourösen Erfolgen auch noch finanzielle verspricht. Doch die Frauen erwidern das Interesse nicht, im Gegenteil: Empört schmieden sie einen Plan, den selbstgefälligen Ritter zu blamieren. Als Liebesbotin schicken sie Mrs. Quickly, die Falstaff zum angeblichen Stelldichein in Fords Haus einlädt. Parallel dazu verraten die ebenfalls heruntergekommenen Diener Falstaffs Ford, dem Ehemann von Alice, die Pläne ihres Herrn. Dieser rüstet sich ebenfalls zur Maskerade und erscheint bei Falstaff als »Signor Fontana« und spiegelt vor, in Alice Ford – unerhört –verliebt zu sein. Der vorgetäuschte Plan: Der ›unwiderstehliche‹ Falstaff möge Alice verführen und sie so moralisch ins Wanken bringen. Erst einmal untreu geworden, wäre für Signor Fontana der Erfolg sicher. Der wahre Plan: Ford will Alice so der Untreue überführen. Nun überschlagen sich die Ereignisse: Falstaff erscheint bei Alice, doch aus dem spöttischen Spiel der Frauen wird Ernst. Eifersüchtig taucht Ford auf und Falstaff wird entsorgt: Man kippt ihn in die Themse – und verspottet ihn lautstark.

Doch damit nicht genug, noch einmal wird Falstaff an der Nase herumgeführt: Bei einem erneuten, fingierten Stelldichein im Park (er soll als Schwarzer Ritter mit einem Geweih am Kopf erscheinen) bedrängt und drangsaliert ihn die als Elfen und Kobolde verkleidete Gesellschaft heftig. Doch auch Fords Plan, seine Tochter Nannetta mit dem kauzigen Dr. Cajus zu verheiraten, wird von den Frauen durchkreuzt: Inmitten des Chaos bekommt Nannetta den von ihr geliebten Fenton. Am Ende regiert das Gelachter und die Erkenntnis der Lächerlichkeit des Lebens.