Rudolf Nurejew nach Marius Petipa und Lew Iwanow

Schwanensee

Ballett

Am 15. Oktober 1964 blickte die Ballettwelt auf Wien. Rudolf Nurejew, der bedeutendste Tänzer der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts, hatte, damals 26-jährig, für das Wiener Staatsopernballett seine Fassung von Schwanensee, dem wohl wichtigsten Werk der gesamten Ballettliteratur erarbeitet. Die Aufführung schrieb Ballettgeschichte. Drei Jahre nach seinem Absprung in den Westen war es dem aus der Sowjetunion stammenden Nurejew gelungen, die auf choreographisch unterschiedlichen Linien verlaufene Rezeption des Tschaikowski-Balletts um eine neue, überzeugende Interpretation zu bereichern. Sein Leitgedanke war die Aufwertung der männlichen Hauptrolle und ihre Gleichstellung mit der Partie der Ballerina. Bis 2009 mehr als 200 Mal im Haus am Ring und bei Gastspielen aufgeführt, bringt Manuel Legris nun Nurejews vor fünfzig Jahren entstandenen Wiener Schwanensee zurück auf die Bühne. Für die neue Ausstattung, die inspiriert ist durch die phantastische Welt des Bayernkönigs Ludwig II., zeichnet Luisa Spinatelli verantwortlich.

06 März 2019
Mittwoch
19:00 - 22:00
2 Pausen
Preise B in den Kalender übernehmen

Besetzung | 06.03.2019

Dirigent Paul Connelly
Choreographie und Inszenierung Rudolf Nurejew nach Marius Petipa und Lew Iwanow
Musik Peter I. Tschaikowski
Ausstattung Luisa Spinatelli
Licht Marion Hewlett
Einstudierung Manuel Legris
 
Prinz Siegfried Vadim Muntagirov
Odette/Odile Kiyoka Hashimoto
Der Zauberer Rotbart Alexandru Tcacenco
Die Königin, des Prinzen Mutter Alena Klochkova
Die Gefährtinnen und Gefährten des Prinzen Elena Bottaro
Adele Fiocchi
Tristan Ridel
James Stephens
 

Inhalt

I. AKT

Prinz Siegfried ist großjährig geworden. Aus diesem Anlass findet im Schloss ein Fest statt. Höflich antwortet der junge Prinz auf die Huldigung der Gäste. Zum Zeichen der Reife erhält er von seiner Mutter eine Armbrust; morgen soll er unter den Schönen des Landes seine Braut wählen. Allein geblieben, richtet der Prinz seine Aufmerksamkeit auf einen Schwarm vorüberziehender Schwäne. Dunkle Ahnungen überkommen ihn, dennoch entschließt er sich zur Jagd.

II. AKT

In der Gestalt eines Raubvogels lasst sich der Zauberer Rotbart am Gestade eines Waldsees nieder. Als Herrscher dieses Reiches gebietet er über viele in weiße Schwäne verzauberte Mädchen und deren ihr Schicksal teilende Königin Odette. Nur in der Nacht dürfen die Verzauberten ihre menschliche Gestalt annehmen. Die Jagd führt Prinz Siegfried an den Waldsee. Dort erblickt er Odette und wird von Liebe zu ihr ergriffen. Im Zauber der schwebenden Tänze der Gefährtinnen, die ebenso wie ihre Königin auch in menschlicher Gestalt Natur und Wesen weißer Schwäne bewahren, wird diese Liebe zur Leidenschaft. Odette offenbart ihr Schicksal: nur ein Mann, der außer ihr keine andere liebt, kann sie erlösen. Siegfried schwört, dieser Mann sein zu wollen. Der Tag bricht an, die Mädchen gehen zum See zurück, wo sie sich wieder in Schwäne verwandeln. Rotbart halt Siegfried davon ab, ihnen zu folgen.

III. AKT

Das Fest am Hofe der Königin ist in vollem Gange. Aber keines der sechs Edelfräulein, die Siegfried vorgestellt werden, vermag sein Herz zu rühren. Da tritt eine schöne, schwarzgekleidete Fremde in Begleitung eines stolzen Edelmannes ein. Unter seiner Maske verbirgt sich der Zauberer Rotbart, der die Schöne als seine Tochter Odile vorstellt. Siegfried ist verwirrt; er glaubt, in diesem mysteriösen Geschöpf, das einem schwarzen Schwan gleicht, das Wesen seines geliebten weisen Schwanes, das Wesen Odettes, wenngleich seltsam verzerrt, wiederzuerkennen. Im Anschluss an die Vorführungen von heimatlichen Tanzen spanischer, neapolitanischer, polnischer und ungarischer Gaste fordert Siegfried Odile zum Tanz auf. Dieser Tanz wird ihm zum Verhängnis: betäubt von Odiles Zauber, verkündet Siegfried zur Genugtuung seiner Mutter, dass er die schöne Fremde zur Braut wähle. Triumphierend verschwinden Rotbart und Odile. Siegfried erkennt, dass er getauscht wurde; er eilt zum Schwanensee, um die Geliebte zu finden!

IV. AKT

Die weißen Schwäne tanzen am Seeufer ihre elegischen Reigen. Vergebens versuchen sie, Odette zu trösten. Atemlos kommt der Prinz zum Gestade. Obwohl Odette weiß, dass sie nunmehr jede Hoffnung auf Erlösung aufgeben muss, verzeiht sie Siegfried. Rotbart führt seine Rache zu Ende: er lässt den See über die Ufer treten. Odette und die Mädchen, wieder in Schwäne verwandelt, müssen den Ort verlassen. Der verzweifelte Prinz geht in den Wellen unter.

Nächste Vorstellungen

08 März 2019
Freitag
19:00 - 22:00
2 Pausen
Preise B in den Kalender übernehmen