Manuel Legris nach Louis Mérante u.a.

Sylvia

Ballett

Die Namen von Louis Mérante, Léo Staats, Serge Lifar, Albert Aveline und Lycette Darsonval stehen repräsentativ für die französische Traditionslinie des Balletts "Sylvia", der sich auch Manuel Legris in besonderer Weise verbunden fühlt. Seine Neufassung, die zugleich seine zweite abendfüllende Choreographie für das Wiener Staatsballett ist, setzt vor allem auf Möglichkeiten zur tänzerischen Entfaltung und gibt damit auch pittoresken Momenten, die wieder von Luisa Spinatelli detailreich ausgestattet werden, breiten Raum. 1876 uraufgeführt, zählt das Werk seitdem vor allem auch musikalisch zu den herausragenden Balletten des 19. Jahrhunderts.

13 November 2018
Dienstag
19:30 - 22:00
2 Pausen
Preise C in den Kalender übernehmen

Besetzung | 13.11.2018

Dirigent Kevin Rhodes
Choreographie Manuel Legris nach Louis Mérante u.a.
Musik Léo Delibes
Bühnenbild und Kostüme Luisa Spinatelli
Assistenz Bühnenbild und Kostüme Monia Torchia
 
Sylvia Olga Esina
Aminta Jakob Feyferlik
Orion Robert Gabdullin
Eros Tristan Ridel
Diana Ketevan Papava
Endymion James Stephens
Ein Faun Dumitru Taran
Najade (Solistin) Natascha Mair
Jägerin 1 (Solistin) Ioanna Avraam
Jägerin 2 (Solistin) Alice Firenze
Eine Bäuerin Sveva Gargiulo
Ein Bauer Géraud Wielick
Ein kleiner Hirte Scott McKenzie
Nubische Sklavin 1 (Solistin) Fiona McGee
Nubische Sklavin 2 (Solistin) Anita Manolova
 

Inhalt

PROLOG

Diana, die Göttin der Jagd, sieht in Sylvia – die durch die Liebe zur Jagd und ein Keuschheitsgelübde an sie gebunden ist –ein Doppelbild von sich selbst. Die Göttin ist dennoch aufgewühlt. Plötzlich sieht sie nicht mehr Sylvia vor ihren Augen, sondern Endymion, diesen besessenen Liebhaber. Den, den sie für immer einschlafen ließ, um ihn als jungen und schönen Mann betrachten zu können, ohne jemals ihr Gelübde zu brechen. Diana versucht, sich wieder zu fassen, aber Endymion steht da vor ihr und folgt seiner Leidenschaft … Die Göttin gibt sich hin! Aber bald holt sie der Hörnerklang erbarmungslos zurück in die Wirklichkeit. Den Göttern sei Dank, denn vor ihren Augen ist wieder Sylvia! Diana ergreift ihren Bogen: Möge die Jagd beginnen.

AKT I

Nacht im heiligen Wald, eine Statue des Gottes der Liebe: Eros.

Der Ort ist bewohnt von den Geistern des Waldes, die sich suchen, rufen und im sanften Mondlicht umhertollen. Als sie plötzlich das Herannahen eines menschlichen Wesens spüren, gehen alle in Deckung und halten Ausschau. Der Hirte Aminta kehrt an die Stelle zurück, wo er an einem Vollmondabend eine Jägerin von unvergesslicher Schönheit erblickte. Er kommt hierher, um zu Eros zu beten, damit er ihm die Gunst schenke, sie wiederzusehen … Aminta wird vom Hörnerklang aus seiner Träumerei gerissen, mit welchem die Ankunft der Jägerinnen unter der Führung von Sylvia angekündigt wird: Er versteckt sich. Sylvia und ihre Begleiter feiern die Freuden der Jagd. Als Jüngerinnen der Diana haben sie der Liebe abgeschworen und haben eine diebische Freude daran, sich über die Statue des Eros lustig zu machen. Als Diana zurückkehrt, wird sie des Mantels von Aminta gewahr. Sie beeilt sich, diesen Sylvia zu zeigen, die sogleich allen befiehlt, ihre Bogen aufzunehmen und den Eindringling zu suchen. Aminta wird rasch entdeckt und an Diana ausgeliefert, die ihn erzürnt vor Sylvias Beine wirft. In der Sorge darüber, was ihn erwartet, findet Aminta den Mut, Sylvia seine Liebe zu erklären. Diese wendet ihren Zorn gegen Eros, auf welchen sie einen Pfeil abschießt. Aminta versucht, die Gottheit zu schützen, stellt sich dazwischen und der Pfeil trifft ihn, worauf er zusammenbricht. Die Statue des Eros erwacht zum Leben: der Gott der Liebe, der um seine Macht weiß, schießt einen Pfeil in Sylvias Richtung. Diese greift sich mit der Hand an ihr Herz, das nun offen für die Liebe ist! Ungeduldig gibt Diana den Befehl zum Aufbruch, dem die Jägerinnen Folge leisten. Sylvia folgt ihnen und lässt Aminta mit Bedauern zurück. Bevor sie sich an die Arbeit machen, rufen die Bauern Eros, ihren Lieblingsgott an. Da taucht Orion umringt von seinen Geschöpfen auf: er nähert sich Aminta, als ob er sich vergewissern wollte, dass dieser Rivale wirklich tot ist, und verschwindet sodann. Sylvia kehrt betrübt zu Aminta zurück, bittet ihn um Verzeihung und drückt den Pfeil an ihr Herz. Orion nützt diesen Augenblick, um Sylvia zu entführen. Als die Bauern zurückkehren, finden sie den leblosen Aminta. Sie beweinen ihren Freund und flehen Eros verzweifelt an, ihnen zu Hilfe zu kommen. Ein Hexenmeister kommt des Weges. Die Bauern bedrängen ihn, tätig zu werden. Der Hexenmeister nimmt sich einen Lorbeerzweig, mit dem er Aminta leicht berührt, und er erwacht wieder zum Leben. Sogleich sorgt sich der Hirte um das Schicksal von Sylvia. Die Dorfbewohner erzählen ihm, dass sie von Orion entführt worden sei. Sie bestimmen den Hexenmeister zu ihrem Retter. Aminta beeilt sich, ihm zu danken und angesichts solcher Kräfte bittet er ihn flehentlich, ihm bei der Suche nach Sylvia zu helfen. Sichtlich bewegt gibt sich der Hexenmeister zu erkennen: es ist Eros höchstpersönlich. Er warnt Aminta vor den Gefahren, in welche er sich begibt, und zeigt ihm den Weg, auf welchem Orion geflüchtet ist.

AKT II

Höhle, Unterschlupf des Orion.

Orion kehrt in seinen Unterschlupf zurück und trägt Sylvia, die er leblos auf sein Lager legt. Er betrachtet sie und gibt seiner Freude Ausdruck, dass Sylvia endlich in seiner Gewalt ist. Verängstigt an diesem unbekannten Ort, der von Kreaturen bewohnt ist, erlangt Sylvia Orion zugewandt wieder ihre Sinne. Ihr wird bewusst, dass sie die machtlose Gefangene des Schwarzen Jägers ist! Sylvia weist seine Annäherungsversuche zurück und versucht, zu entkommen, doch Orion verstellt ihr den Weg. Der Schwarze Jäger gibt sich nicht geschlagen: er probiert eine Verführungsstrategie, bei der er seine Begleiter aufruft, für ihre Unterhaltung zu sorgen. Alle kommen seiner Aufforderung nach und beginnen zu tanzen und zu trinken … Im Kopf der Gefangenen keimt ein Gedanke auf: Sie beschließt, es ihnen gleichzutun, und gibt vor, am Festmahl teilzunehmen, um Orion leichter trunken zu machen und die Flucht zu ergreifen. Orion, der tatsächlich völlig berauscht ist, lässt immer weniger locker. Um an ihr Ziel zu gelangen, setzt Sylvia alle ihre Reize ein und reicht Orion einen letzten Becher, den er in einem Zug leert. Er bricht zusammen. Alle sind außer sich und Sylvia schöpft neue Hoffnung. Sie ergreift ihren Bogen und wendet sich an Eros. Sie bittet ihn um Verzeihung, weil sie ihn geschmäht hat, und ersucht ihn flehentlich, ihr zu Hilfe zu kommen. Der Gott der Liebe erscheint auf Pegasus reitend. Er vergibt Sylvia und fordert sie auf, ihm zu folgen, wobei er ihr verspricht, sie zu Aminta zu bringen.

AKT III

Beim Tempel der Diana.

Das Fest zu Ehren des Bacchus ist in vollem Gange und vereint Bauern und kleinere Naturgottheiten in derselben ausgelassenen Freude. Aminta, der auf Grund der Folgen seines vergeblichen Unterfangens ohne Hoffnung ist, nimmt die Bauern zu Zeugen seines Unglücks. Doch bald lebt wieder Hoffnung auf, denn Eros hält umgeben von den Jägerinnen seinen Einzug. Um Aminta ein wenig zu prüfen, hat er beschlossen, Sylvia zu verstecken und seine Begleiterinnen zu verschleiern. Während die Nymphen tanzen, versucht Aminta, seine Auserwählte zu erkennen. Eros gibt dem Wunsch des Hirten schließlich nach und lässt die schöne Sylvia erscheinen: Das Paar ist endlich vereint. Das Fest wird jedoch jäh von der Ankunft Orions unterbrochen, der fest entschlossen ist, Sylvias wieder habhaft zu werden. Verängstigt sucht sie im Tempel der Diana Zuflucht. Aminta versucht, sich Orion entgegenzustellen, der sich seinen Durchlass erzwingt und vor das Heiligtum gelangt. Aber Diana erscheint. Bevor er in den Tempel eindringen kann, spannt die Göttin ihren Bogen und schießt … Der Jäger bricht zusammen. Jetzt richtet Diana ihre Vorwürfe an ihre getreue Sylvia. Aminta wirft sich der Göttin zu Füßen und klagt sich selbst an, allein an dem ganzen Durcheinander schuld zu sein. Die Jägerin bleibt unbeugsam: dieser Mensch muss seine Strafe bekommen. Von der Gefahr alarmiert, greift Eros ein. Er wendet sich an Diana, deren Liebesqualen er kennt. In ihrer Entschlossenheit zeigt die Göttin keine Schwäche. Jetzt lässt Eros Endymion erscheinen. Dieses Mal ist Diana in ihrem Innersten getroffen, lässt sich erweichen und willigt ein, Sylvia frei ihren Hirten lieben zu lassen. In ihr Schicksal ergeben nimmt Diana nun die Gestalt an, in der sie noch heute bewundert werden kann. Sie ist Frau Luna, die jede Nacht Endymion, den schönen Schlafenden erleuchtet.

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