Don Carlos (franz.)

Musik Giuseppe Verdi Text Josephe Méry & Camille Du Locle nach Friedrich Schiller
→ Grand Opéra in fünf Akten - Französische Urfassung

04. Oktober 2020
Sonntag
17.00 - 22.00
2 Pausen
Werkeinführung 30 Minuten vor der Vorstellung im Gustav Mahler-Saal
07. Oktober 2020
Mittwoch
17.30 - 22.30
2 Pausen
Werkeinführung 30 Minuten vor der Vorstellung im Gustav Mahler-Saal
11. Oktober 2020
Sonntag
17.00 - 22.00
2 Pausen
Werkeinführung 30 Minuten vor der Vorstellung im Gustav Mahler-Saal

Besetzung 04.10.2020

Musikalische Leitung Bertrand de Billy
Inszenierung Peter Konwitschny
Szenische Einstudierung Alexander Edtbauer
Bühne und Kostüme Johannes Leiacker
Licht Hans Toelstede
Inszenierung Autodaphé und Video-Regie Vera Nemirova
Dramaturgie Werner Hintze
Philippe II. Michele Pertusi
Don Carlos Jonas Kaufmann
Rodrigue Igor Golovatenko
Grand Inquisiteur Roberto Scandiuzzi
Elisabeth de Valois Malin Byström
Eboli Eve-Maud Hubeaux
Mönch Dan Paul Dumitrescu
Thibault Virginie Verrez
Comte de Lerme Robert Bartneck
Herold Robert Bartneck
Stimme vom Himmel Johanna Wallroth
Moderatorin Katie La Folle

Inhalt

Angesichts der herausragenden Stellung, die Paris im 19. Jahrhundert auch auf dem Gebiet der Musik für sich beanspruchen konnte, maß Verdi dem Auftrag, für die dortige Weltausstellung 1867 eine Oper zu schreiben, große Bedeutung bei. Im Mittelpunkt der Ereignisse, die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts spielen – als Vorlage diente u.a. Schillers gleichnamiges »Dramatisches Gedicht« –, steht der spanische Kronprinz Carlos. Er ist unsterblich verliebt in Elisabeth von Valois, die ihm seit Kindheitstagen zur Frau bestimmt ist, ehe sie sein verwitweter Vater Philipp II. für sich beansprucht. Dieser private Konflikt wird durch einen politischen verschärft: durch die Forderung Carlos’ nach der Regentschaft der aufständischen niederländischen Provinzen – eine vor dem Hintergrund der Inquisitionsprozesse und der Macht des Großinquisitors fatale Situation. Mit »Don Carlos« schuf Verdi einen wesentlichen Beitrag zur Gattung der Grand opéra, in der privates Glückverlangen zwischen die Fronten politischer und gesellschaftlicher Machtkämpfe gerät. Diverse Schwierig keiten während der Einstudierung führten dazu, dass der Komponist gegen seinen Willen zahlreiche Kür zungen vorzunehmen hatte, ehe das Werk am 11.März 1867 seine Uraufführung erlebte. Die aktuelle Produktion kam 2004 unter der Leitung Bertrand de Billys heraus, der für diese Wiederaufnahme ans Pult der Staatsoper zurückkehrt. Die von ihm akribisch rekonstruierte Urfassung umfasst auch jene Passagen, die Verdi 1867 hatte streichen müssen. Regisseur Peter Konwitschny spannt zwischen den Figuren ein Beziehungsgeflecht von atemberaubender Dichte. Eine humoristisch-pantomimische Einlage zur Ballettmusik im dritten Akt vergrößert die Fallhöhe der Tragödie, in der Konwitschny ein utopisches Moment herausarbeitet: Den Schluss der Oper deutet er als Veto des Komponisten gegen den Sieg der liebes- und lebensfeindlichen Autoritäten und hebt die realistischen Koordinaten der Handlung zugunsten der Errettung von Carlos und Elisabeth auf. Mit der Titelpartie wird Jonas Kaufmann an der Wiener Staatsoper erstmals eine Verdi-Partie interpretieren. Mit großer Spannung werden überdies die Hausdebüts von Malin Byström als Elisabeth und Eve-Maud Hubeaux als Eboli erwartet.