Gaetano Donizetti

Lucia di Lammermoor

Oper

Wie so oft komponierte Donizetti auch Lucia di Lammermoor in einer Rekordzeit von nur wenigen Wochen – nichtsdestotrotz hat er mit diesem Stück eines der wesentlichen und populärsten Meisterwerke der italienischen romantischen Oper geschaffen. Einerseits lebt Lucia di Lammermoor vom melodischen Reichtum und einer beeindruckenden musikpsychologischen Durchgestaltung der Charaktere, zugleich weichte Donizetti gekonnt das vorgeschrieben starre Formenschema der Belcanto-Oper auf und bettete die Protagonisten Lucia-Edgardo-Enrico in das Gefühlsdreieck von Liebe, Hass und Leidenschaft. An der Wiener Staatsoper gehörte das Werk bis 1926 und dann wieder ab 1978 zum Kernrepertoire und bot Generationen von Sängerinnen und Sängern die Möglichkeit, sich in der höchsten Belcanto-Kunst zu beweisen.

07 Juni 2020

Besetzung | 07.06.2020

Dirigent Evelino Pidò
Regie Laurent Pelly
Bühne Chantal Thomas
Licht Duane Schuler
 
Enrico (Lord Henry Ashton) George Petean
Lucia,seine Schwester Brenda Rae
Edgardo (Sir Edgar Ravenswood) Michael Spyres
Raimondo,Erzieher Lucias Ryan Speedo Green
 

Inhalt

Lord Enrico Ashton hat einst der Familie Ravenswood die Herrschaft entrissen und das Familienoberhaupt – Edgardos Vater – getötet. Nach einem Thronwechsel gehört Enrico allerdings mit einem Male der politisch verfolgten Seite an und muss um sein Leben fürchten. Um sich zu retten, gedenkt er seine Schwester Lucia, die er stets von der Außenwelt abgeschirmt hat, mit dem einflussreichen Lord Arturo Bucklaw zu verheiraten. Als er dieses Vorhaben seinem näheren Umkreis mitteilt, weist Raimondo, der Erzieher Lucias, darauf hin, wie sehr Lucia noch um ihre kürzlich verstorbene Mutter trauere und daher an eine Hochzeit nicht einmal zu denken imstande sei. Zu seinem großen Entsetzen erfährt Enrico daraufhin von seinem Hauptmann Normanno, dass Lucia trotz des Verlustes mittlerweile sehr wohl unsterblich verliebt wäre und zwar in einen ihr Unbekannten, der sie heldenmütig vor dem plötzlichen Angriff eines wilden Stieres beschützte hatte und dass es sich bei diesem Unbekannten offenbar um niemand Geringeren handelte, als um Enricos Todfeind Edgardo. Zornentbrannt schwört Enrico blutige Rache.

Während die psychisch auffällige Lucia auf ein Zusammentreffen mit Edgardo wartet, erzählt sie ihrer Betreuerin Alisa von einer beängstigenden Vision, in der Lucia den Geist jener Frau gesehen zu haben meint, die von einem Ravenswood in einem eifersüchtigen Anfall ermordet und dann in einen Brunnen geworfen worden war. Doch die Liebe zu Edgardo und die Aussicht auf sein baldiges Kommen heitert ihre Laune sehr bald wieder auf. Allerdings eilt Edgardo kurz darauf nur herbei, um sich von Lucia vor einer längeren Reise nach Frankreich zu verabschieden. Seinem Plan, zuvor noch einen Versuch zur Versöhnung mit Enrico zu unternehmen, lehnt Lucia voller Furcht ab – ihre Liebe möge geheim bleiben. Zum Abschied wechseln die beiden rasch die Ringe zum Zeichen ihres Liebeseides. 

Während der langen Abwesenheit Edgardos werden all seine Briefe an Lucia von Enrico und Normanno abgefangen und durch einen gefälschten ersetzt: Lucia soll auf diese Weise von der Untreue Edgardos überzeugt und für die Hochzeit mit Arturo gefügig gemacht werden. Da Lucia trotz allem Edgardo treu bleiben möchte, führt Enrico seiner Schwester vor Augen, dass ihre Weigerung Arturo zu heiraten den Untergang ihrer Familie bedeuten würde. Als schließlich Raimondo auch noch an den Seelenfrieden der toten Mutter gemahnt, willigt Lucia verzweifelt ein, ersehnt aber zugleich den Tod.

Im Rahmen der Hochzeitsfeierlichkeiten mit Arturo wird die ihrer Sinne nur mehr bedingt mächtige Lucia zur Unterzeichnung des Ehevertrages genötigt. Kaum ist dies geschehen, betritt Edgardo unerwartet den Raum, um seine Rechte auf Lucia einzufordern. Als er jedoch erfährt, dass die junge Frau die Ehe mit Arturo bereits mit ihrer Unterschrift  beglaubigt hat, gibt der Verzweifelte Lucia den Ring zurück und flieht auf sein Gut nach Wolferag. Ein Gewitter zieht auf. Zornentbrannt verlässt Enrico die Hochzeit und sucht mitten in der Nacht seinen Kontrahenten in dessen Turm in Wolferag auf – von Hass, Rachegelüsten und Eifersucht getrieben, verabreden sich die beiden zu einem Duell im Morgengrauen bei den Gräbern der Ravenswood.

Währenddessen hat Lucia im Brautgemach in einem Anfall von Irrsinn Arturo erstochen. In vollständiger geistiger Verwirrung betritt sie den nach wie vor mit Gästen gefüllten Festsaal, wo sie sich in einer Vision zunächst auf ihrer Hochzeit mit Edgardo wähnt und dann den nicht anwesenden Geliebten beschwört, ihr zu verzeihen und an ihrem Grab zu trauern. Den Wahnsinn seiner Schwester vor Augen erkennt der zurückgekehrte Enrico nun viel zu spät seine Schuld.  

Bei den Gräbern der Ravenswood wartet Edgardo auf das Duell mit Enrico. Von einigen Vorbeigehenden erfährt er, dass Lucia den Verstand verloren habe, im Sterben liege und klagend nach ihm verlange. Sofort will sich Edgardo aufmachen, um die Geliebte ein letztes Mal zu sehen, doch da tritt ihm Raimondo entgegen und bestätigt ihren Tod, den zuvor schon das Läuten der Totenglocken verkündet haben. In der Hoffnung, wenigstens im Jenseits mit Lucia verbunden zu sein, ersticht Edgardo sich.

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Koproduktion mit der Opera Philadelphia