Péter Eötvös

Tri Sestri (Drei Schwestern)

Oper

17 März 2020

Besetzung | 17.03.2020

Dirigent Péter Eötvös
Dirigent des Bühnenorchesters Jonathan Stockhammer
Regie Yuval Sharon
Ausstattung Esther Bialas
Licht und Video Jason H. Thompson
 
Irina Valentina Naforniţa
Mascha Margarita Gritskova
Olga Ilseyar Khayrullova
Natascha Eric Jurenas
Tusenbach Samuel Hasselhorn
Verschinin Morten Frank Larsen
 

Inhalt

Irina, Mascha und Olga, die drei Töchter des verstorbenen Generals Prozorow leben gemeinsam mit ihrem verheirateten Bruder Andrei in einer russischen Provinzstadt und hoffen sehnsuchtsvoll auf eine bessere Zukunft, auf wahre Liebe und ein erfülltes Leben.

Prolog (Nr. 1)

Die drei Schwestern beklagen das Abschiednehmen, das einsame Zurückbleiben und das damit verbundene Leiden. Für sie wurde alles zur Erinnerung:

Erste Sequenz: Irina (Nr. 2-12)

Irina verzweifelt an ihrem Dasein in der Provinz, das Leben scheint für sie ohne Sinn zu entfliehen. Einst hoffte sie, dass sie nach Moskau ziehen und sie dort den Traummann findet. Ihre ältere Schwester Olga versucht Irina zu überreden, Leutnant Tusenbach zu heiraten, obwohl Irina ihn nicht liebt. Mascha beobachtet die ungeliebte Schwägerin Natascha, die mit einer brennenden Kerze vorbeizieht. Einige Offiziere, die einen Brand in der Stadt gelöscht haben betreten den Salon der Schwestern – unter ihnen Tusenbach und Soljony, die beide um Irinas Liebe buhlen. Während sich Kommandant Verschinin angeregt mit der verheirateten Mascha unterhält, zerbricht der Doktor eine alte Glasuhr. Tusenbach gesteht Irina seine Liebe, doch diese verhält sich zögerlich, macht ihm bewusst weder Hoffnungen noch weist sie ihn ab. Das Gespräch der beiden wird schließlich vom Doktor und von Soljony unterbrochen. Soljony beteuert Irina seinerseits die große Liebe und droht, den Nebenbuhler Tusenbach zu beseitigen. Als Soljony die hinzugetretene Natascha bemerkt, geht er. Natascha wünscht, dass Irina ihr Zimmer aufgibt und es Bobik, dem kleinen Sohn von Natascha und Andrei übergibt. Wenig später verlässt Natascha das Haus, um sich mit ihrem Geliebten Protopopow zu treffen. Die Soldaten verabschieden sich von den drei Schwestern – und zwar für immer, da das Regiment aus der Stadt nach Polen verlegt wird. Irina beschließt Tusenbach zu heiraten und mit ihm die Stadt zu verlassen, aber Soljony tötet Tusenbach bei einem Duell.

Zweite Sequenz: Andrei (Nr. 13-21)

Die drei Schwestern klagen darüber, dass Andrei seinen Anlagen nicht gerecht wird und zum willenlosen Werkzeug in den Händen seiner Frau Natascha mutierte, die die Herrschaft im Hause an sich zu ziehen trachtet. Irina verzweifelt an ihrem Dasein in der Provinz, das Leben scheint für sie ohne Sinn zu entfliehen. Mascha beobachtet die ungeliebte Schwägerin Natascha, die mit einer brennenden Kerze vorbeizieht. Andrei verteidigt Natascha gegenüber seinen Schwestern und hebt deren seelischen Adel hervor – dieser geschönten Zeichnung seiner Frau widerspricht allerdings Nataschas grob-unerbittlicher Umgang mit der alten Amme Anfissa, die sie aus dem Haus ekeln möchte. Einige Offiziere, die einen Brand in der Stadt gelöscht haben betreten den Salon der Schwestern. Im Lauf des nun folgenden allgemeinen Salongespräches hebt der Doktor resigniert seine medizinische Inkompetenz hervor und zerbricht eine alte Glasuhr – die Uhr der verstorbenen Mutter der drei Schwestern.  

Nachdenklich sinniert er daraufhin vor sich hin und stellt die Möglichkeit in den Raum, dass er die Uhr womöglich doch nicht zerbrochen hat und es nur danach aussehe. Der Doktor geht in seinen Gedanken sogar noch weiter und fragt sich, ob die Existenz als solche nicht bloße Einbildung wäre. Andrei tritt auf ihn zu gesteht ihm, die einstige Liebe zu Natascha verloren zu haben. Seiner Lage schmerzlich bewusst und auf eine bessere Zukunft hoffend verlässt Andrei gemeinsam mit dem Doktor das Haus. Natascha freut sich auf ein Treffen mit ihrem Geliebten Protopopow. 

Dritte Sequenz: Mascha (Nr. 22-26)

Die drei Schwestern feiern Irinas Namenstag und trinken gemeinsam mit einigen Offizieren Tee. Kommandant Verschinin kommt hinzu, stellt sich vor, erzählt von seiner Vergangenheit in Moskau und seinen Erinnerungen an die Familie Prozorow. Der Doktor schwärmt von der verstorbenen Mutter der drei Schwestern. Mascha ist ihres Gatten Kulygin überdrüssig, etwas später gestehen sich der verheiratete Verschinin und Mascha ihre gegenseitige Liebe, eine Liebe, die Mascha später ihrer Schwester Olga beichtet. Olga stellt sich mit aller Vehemenz gegen diese Liebe, worauf Mascha resigniert. Die Tatsache, dass Verschinin kurz darauf für immer Abschied nimmt, da sein Regiment aus der Stadt verlegt wird, stößt Mascha zusätzlich in tiefste Trauer.