Ludwig van Beethoven

Fidelio Urfassung (Leonore)

Oper

Ludwig van Beethovens einzige Oper Fidelio erlebte (unter wechselnden Titeln) gleich dreimal eine Uraufführung: Die erste Fassung wurde erstmals 1805 im Theater an der Wien gegeben, die zweite rund ein Jahr später und die dritte 1814 an der Hofoper im Kärntnertortheater – die Version, die seit jeher im Haus am Ring gespielt wird. Ergänzend wird nun die erste Fassung des Werks zur Staatsopern-Premiere gebracht – eine seltene und außergewöhnliche Möglichkeit für das Publikum, gleich zwei Fassungen in einer Spielzeit zu erleben. Denn so gelingt ein direkter Einblick in die Fidelio-Genese: Nicht nur formale Änderungen prägen die Überarbeitung Beethovens, sondern auch musikalisch wie inhaltlich durchlief Fidelio eine umfassende Revision!

11 Februar 2020
Dienstag
19:00 - 22:00
1 Pause
Preise G in den Kalender übernehmen Werkeinführung 30 Minuten vor der Vorstellung im Gustav Mahler-Saal

Besetzung | 11.02.2020

Dirigent Tomáš Netopil
Regie Amélie Niermeyer
Textfassung Moritz Rinke
Bühnenbild Alexander Müller-Elmau
Kostüme Annelies Vanlaere
Licht Gerrit Jurda
Choreographie Thomas Wilhelm
Dramaturgie Yvonne Gebauer
Regieassistenz Veronika Sedelmaier
Bühnenbildassistenz Anna Schöttl
Kostümassistenz Stephanie Thun-Hohenstein
 
Leonore Jennifer Davis
Leonore - die Schauspielerin Katrin Röver
Florestan Benjamin Bruns
Rocco Falk Struckmann
Pizarro Thomas Johannes Mayer
Don Fernando Samuel Hasselhorn
Marzelline Chen Reiss
Jaquino Jörg Schneider
1. Gefangener Oleg Zalytskiy
2. Gefangener Panajotis Pratsos
 

Inhalt

Leonore macht die traumatische Erfahrung, dass ihr Mann Florestan – ein politischer Oppositioneller – verschleppt wird und in einem der unübersichtlichen Gefängnisse des Landes verschwindet. Dieser Moment bringt sie in einen Ausnahmezustand. Die Figur spaltet sich (in Sängerin und Schauspielerin), und sie beginnt einen Dialog mit sich selbst, der dem Publikum die Innensicht auf Leonore ermöglicht – in all ihren Ängsten, Zweifeln und Fragen. Im Laufe des Abends begibt  sie sich auf eine Reise zu ihrem Mann, aber auch zu sich selbst. In dieser Konstellation übernimmt die Schauspielerin den Part der Fragenden, immer wieder Zweifelnden. Die Sängerin ist zuversichtlicher und spricht und singt sich selbst immer wieder Mut zu.
Zunächst verdingt sich Leonore – in Männerkleidern und unter dem Namen Fidelio – in jenem Gefängnis, in dem sie ihren Mann vermutet als Schließer beim geldgierigen und korrupten Kerkermeister Rocco. Als solcher ist sie zunächst beherrscht vom Gefühl der Aussichtslosigkeit, Florestan in diesem labyrinthartigen Gebäude zu finden. Erschwerend kommt hinzu, dass sich Roccos Tochter Marzelline in Leonore verliebt und ihrem ursprünglichen Verehrer Jaquino keine Aufmerksamkeit mehr schenkt. Leonore fühlt sich schuldig, alle getäuscht und das Verhältnis Jaquino-Marzelline durch ihr Auftauchen zerstört zu haben. Sie weiß aber, dass sie nur als Mann, also nur als Fidelio, die Chance besitzt, Zugang zu den in einem der geheimen Räume gefangenen Florestan zu erlangen. Um dies zu erreichen, fasst sie schließlich Mut und bitte Rocco, ihn auf all seinen Wegen begleiten zu dürfen, was dieser nach einigem Zaudern auch gutheißt.
Als der Gefängnisgouverneur Pizarro mit seinen Männern in Erscheinung tritt und Räume durchsucht werden, ergreift Leonore große Angst. Sie steht dem undurchschaubaren System in vollkommenem Unverständnis gegenüber und stellt sich im Selbstgespräch mit ihrem Alter Ego beunruhigende Fragen – über Pizarro, aber auch über die früheren Aktivitäten ihres Mannes, in die sie nicht eingeweiht war.
Aus Furcht vor einer überraschenden Visite des mit seinem Todfeind Florestan befreundeten Ministers Don Fernando, beschließt Pizarro Florestan zu ermorden. Als Rocco in dieser Situation auf Pizarro trifft, versucht Leonore, den Lauf der Geschehnisse zu beeinflussen und auf Rocco einzuwirken. Zwar antwortet dieser ihr nicht, weigert sich aber Pizarro gegenüber, den Mordauftrag an Florestan anzunehmen. Also beschließt Pizarro die Tat selbst zu vollziehen und beauftragt Rocco lediglich die Leiche in den Tiefen des Gebäudes verschwinden zu lassen. Leonore ist ratlos, das System erscheint ihr unbesiegbar. Ihre Wut wird zur Verzweiflung, sie weiß nicht mehr weiter. Kurz erwägt sie, beinahe unbewusst, ihren Gefühlen für Marzelline nachzugeben und ihr ursprünglich undurchführbar scheinendes Ziel fallen zu lassen. Sie stellt sich Fragen nach ihrer Verantwortung – für Florestan, aber auch für Marzelline. Letztlich entscheidet sie sich den schweren Weg, Florestan zu befreien, fortzusetzen.
Also begleitet sie Rocco auch zu ihrem, unter fürchterlichsten Umständen festgehaltenen Gatten. Ihn in der Dunkelheit nicht gleich erkennend, beschließt Leonore voller Empathie den vor ihr liegenden Gefangenen um jeden Preis zu befreien. Ihre Liebe zu Florestan wächst zu einer großen allgemeinen Menschenliebe. Schließlich erkennen einander die beiden Ehepartner. Als Pizarro kommt, um Florestan zu ermorden, stellt Leonore sich schützend vor ihren Mann und wird von Pizarro erstochen. In einer utopischen Todesvision erlebt sie die Ankunft des Ministers und die Befreiung aller Gefangenen.

Nächste Vorstellungen

14 Februar 2020
Freitag
19:00 - 22:00
1 Pause
Preise G in den Kalender übernehmen Werkeinführung 30 Minuten vor der Vorstellung im Gustav Mahler-Saal

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