Edward Clug

Peer Gynt

Ballett

Das 2015 in Maribor uraufgeführte Handlungsballett basiert auf Werken von Edvard Grieg und Henrik Ibsen, die Choreograph Edward Clug als Quelle für sein Libretto wählte: "Ibsen und Grieg haben jeweils eine eigene Version von 'Peer Gynt' geschaffen. Mein Ziel war es diese in ein neues Ganzes zu verschmelzen, in eine Landschaft mit vielen Türen. Ich habe meinen Zugang gewählt, der Ihnen verehrtes Publikum weit offen steht, und lade Sie ein, durch diesen zu einem neuen Balletterlebnis zu gelangen."

30 Jänner 2018
Dienstag
19:30 - 21:45
1 Pause
Preise C in den Kalender übernehmen

Besetzung | 30.01.2018

Dirigent Simon Hewett
Choreographie Edward Clug
Musik Edvard Grieg
Kostüme Leo Kulaš
Bühnenbild Marko Japelj
Licht Tomaž Premzl
 
Peer Gynt Denys Cherevychko
Solveig Nina Poláková
Der Tod Andrey Kaydanovskiy
Ein Hirsch Zsolt Török
Ase, Peer Gynts Mutter Franziska Wallner-Hollinek
Ingrid, die Braut Eszter Ledán
Die Frau in Grün Nikisha Fogo
Klein Helga, Solveigs Schwester Isabella Lucia Severi
Aslak, ein Schmied Alexis Forabosco
Mads Moen, der Bräutigam Igor Milos
Anitra, Tochter eines Beduinen-Häuptlings Céline Janou Weder
Begriffenfeldt, ein Arzt András Lukács
Anführer der Trolle Kamil Pavelka
 

Inhalt

AKT I

Peer Gynt hängt Tagträumen nach, in denen er einem weißen Hirschbock nachjagt. Er erzählt seiner Mutter Ase davon, die ihm vorwirft, ein Lügner und Tagedieb zu sein. Zudem tadelt die Mutter ihren Sohn dafür, Ingrid – Peers Freundin seit Kindheitstagen – nicht geheiratet zu haben, war dies doch die einzigartige Gelegenheit für sie beide, endlich der Armut zu entkommen, in der Peers liederlicher Vater sie beide zurückgelassen hatte. So heiratet Ingrid am heutigen Tage Mads Moen, den reichsten Junggesellen der Region. Peer möchte an der Hochzeit teilnehmen, doch seine Mutter befürchtet, er könnte durch seine Gegenwart die Feier ruinieren. Das Fest beginnt und die Hochzeitsgesellschaft jubelt Bräutigam und Braut zu, wenngleich Ingrid abgelenkt scheint. Sie denkt an Peer, mit dem sie einst eine Liebschaft verband. Der Bräutigam findet sich mit Ingrids Desinteresse ab und freut sich dennoch, zu heiraten. Während der Feier erscheint Peer Gynt, verzaubert mit seinem Tanz die versammelten Mädchen und fordert die Hochzeitsgäste heraus. Solveig zahlt mit ihrer kleinen Schwester Helga ebenfalls zu den Gästen und beobachtet Peer voller Neugier. Irgendwann nähern sich Solveig und Peer einander an und beginnen zu tanzen, was Ingrids Eifersucht anstachelt und bei den Dorfbewohnern für Unbehagen sorgt. Daraufhin nimmt Helga in wohlmeinender Absicht Solveig bei der Hand und zieht sie von der Hochzeit fort. Peer jedoch, findet sich plötzlich in inniger Umarmung mit Ingrid wieder, was die Dörfler in Aufruhr versetzt. Es entbrennt ein Streit zwischen Aslak, dem Schmied, und Peer, den die Dörfler mit Schnaps zu beruhigen versuchen. Doch Peer übertreibt und demütigt Aslak vor den Augen aller. Aslak will Rache üben, doch bevor Peer sein schicksalhafter Axthieb trifft, schreitet der Tod ein. Peer nutzt die Gelegenheit und ergreift Ingrid. Ingrid verbringt ihre Hochzeitsnacht mit Peer, wiewohl Peer ihrer alsbald überdrüssig wird und sie trotz ihres Flehens und ihrer Tranen fortschickt. Plötzlich erscheinen drei Sennerinnen, die versuchen Peer zu verführen. Ingrid hingegen flieht gekränkt zurück nach Hause. Peer bleibt allein zurück und trifft auf ein mysteriöses Wesen, die Grüne. Er stellt sich ihr als Königssohn vor, und sie lädt ihn ein, sie in das Königreich ihres Vaters, den König der Trolle, zu begleiten. Im Tausch für seine Liebe verspricht die Grüne ihm die Krone und ihres Vaters Königreich. Von Gier erfüllt folgt ihr Peer. Die Grüne zeigt Peer stolz ihren Reichtum. Auch der König der Trolle ist gewillt, ihm seine Tochter zur Frau zu geben, und enthüllt deren wahres Gesicht. Als die Grüne sich Peer nach einem unbeholfenen Tanz nähert, um ihn zu küssen, ist dieser von ihrem Anblick schockiert und möchte fliehen. Die Grüne aber will ihn an sich binden, trägt sie doch sein ungeborenes Kind unter dem Herzen. Peer streitet die Vaterschaft vehement ab, der König der Trolle hingegen will Rache üben. Die Wut des Trolls wird erst durch die kleine Helga abgewendet, die Peer einen Schlag versetzt und ihn damit an sein Versprechen erinnert, welches er ihrer Schwester Solveig gegeben hat. Der Tod betritt das Königreich der Trolle und gebietet den wütenden Trollen endgültig Einhalt. Sobald die Bedrohung gebannt ist, malt der Tod eine wunderschone Landschaft mit einem einsamen Peer darin. Helga und Solveig besuchen Peer auf der Alm. Endlich allein, versichern Solveig und Peer einander ihre Liebe. Ihr Träumen wird plötzlich vom Klageschrei eines Hirsches unterbrochen, der Ases Tod verkündet. Peer beschliesst heimzukehren, wo er seine Mutter sterbend vorfindet. Um sie zu trösten, erzählt Peer ihr eine wundersame Geschichte, die beide in die allerschönste Zeit von Peers Kindheit zurückkehren lässt.

AKT II

Viele Jahre sind vergangen und Peer hat sich inzwischen zu einem sehr reichen Kapitalisten gewandelt. Er begibt sich auf ein Abenteuer, das ihn in die Wüste Marokkos führt, wo er auf Anitra trifft, die Tochter des Anführers eines Beduinenstammes. Peer ist unwiderstehlich von ihrer exotischen Erscheinung angezogen, doch Anitra umgarnt ihn mit einem einzigen Ziel – ihm seine Reichtümer zu stehlen. Nachdem es ihr gelungen ist, ihm all seinen Besitz zu rauben, verlässt sie ihn und Peer bleibt in dem fremdem Land völlig mittellos und allein zurück – nun, zumindest fast ganz alleine. Peer trifft erneut auf einen geheimnisvollen Fremden, mit dem er kurz verweilt. Während Peer umherwandert, begegnet ihm ein gewisser Doktor Begriffenfeldt, der Peer einlädt, ihn an einen besonderen Ort zu begleiten. Bald schon wird Peer klar, dass er in einer Irrenanstalt gelandet ist, wo ihm vier Verrückte vorgestellt werden, die seine Ankunft in helle Aufregung und Unruhe zu versetzen scheint. Begriffenfeldt untersucht Peer und seine Reaktionen auf verschiedenste Eingriffe – die von Gewalt bis hin zu neurotischer Ekstase reichen. Peer ist völlig erschöpft und kurz davor, den Verstand zu verlieren. Sein unbändiger Wunsch, der ihn während all seiner Reisen angetrieben hatte, nämlich jemand anderer zu werden, wird durch die Krönung zum König in der Irrenanstalt endlich erfüllt. Peer ist von seinem Leben schwer enttäuscht. Er ist gezwungen sich der Wahrheit zu stellen, die ihm immer stärker auszuweichen scheint. Alt und erschöpft kehrt er heim. Vor seinem geistigen Auge erscheinen Bilder der unseligen Hochzeit von Mads Moen und Ingrid, mit der er in die Nacht geflohen war. Die Hochzeitsgäste, denen sich auch die Geladenen aus der Umgebung – die Grüne mit einem Neugeborenen in Begleitung der Trolle – anschließen, überbringen den Jungvermahlten ihre Gluckwünsche. Peer wird nunmehr von seinem eigenen Gewissen gerichtet, was ihn letzten Endes zu Solveig führt. Doch zu spät, denn der geheimnisvolle Fremde lädt Peer ein, seinen eigenen Sarg zu betreten. Peer gelingt es neuerlich, sich geschickt zu entwinden und auf diese Weise noch etwas Zeit zu gewinnen. Solveig hat all die Jahre treu auf Peer gewartet und ist dabei alt und blind geworden. Verbittert kommt Peer zu der Erkenntnis, dass er auf der Jagd nach einem Leben voller Abenteuer all die Dinge, die im Leben wirklich zählen, einfach weggeworfen hat – Solveigs Liebe zu ihm. In Solveigs Armen findet er endlich seinen Frieden, doch ihrer beider Lebensreise ist zu Ende. Vielleicht ereilt die beiden ja ein glücklicheres Schicksal in einem anderen Leben, in einer anderen Zeit …

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