Giuseppe Verdi

Otello

Oper

Gut 15 Jahre hatte Verdi geschwiegen und – bis auf Überarbeitungen älterer Opern – kein Musiktheaterwerk herausgebracht. Doch dann: 1887 legte er, nach langer Arbeit, seinen Otello vor. Auf Shakespeares bedrohliches Drama basierend war nicht nur eines der packendsten Opernwerke entstanden, sondern auch ein ungemein modernes. Eines, das virtuos mit Seelenzuständen von Unschuld und Liebe über Eifersucht bis Neid und Wut spielt. In Gegensatz zu anderen populären Verdi-Opern wurde Otello fast unmittelbar nach seiner Uraufführung – 1888 – ins Repertoire der Wiener Oper übernommen. Fast 500mal in sieben unterschiedlichen Produktionen spielte die Staatsoper Verdis vorletzte Oper bisher – in Adrian Nobles Regie – er inszenierte im Haus am Ring Hänsel und Gretel und Alcina – ist nun eine weitere Interpretation des düsteren Dramas zu erleben.

27 Juni 2019
Donnerstag
19:00 - 22:00
1 Pause
Preise G in den Kalender übernehmen Werkeinführung 30 Minuten vor der Vorstellung im Gustav Mahler-Saal

Besetzung | 27.06.2019

Dirigent Myung-Whun Chung
Regie Adrian Noble
Ausstattung Dick Bird
Bühneneffekte Basil Twist
Licht Jean Kalman
Kampfmeister Malcolm Ranson
Regieassistenz Joanne Pearce
 
Otello Aleksandrs Antonenko
Desdemona Olga Bezsmertna
Jago Vladislav Sulimsky
Emilia Margarita Gritskova
Cassio Jinxu Xiahou
Roderigo Leonardo Navarro
Lodovico Jongmin Park
Montano Manuel Walser
 

Inhalt

Vorgeschichte (nur bei Shakespeare)
Desdemona, die Tochter des venezianischen Senators Brabantio liebt den im Dienste Venedigs stehenden erfolgreichen ausländischen General Otello und heiratet ihn heimlich ohne Wissen ihres Vaters. Als Brabantio vom eifersüchtigen Roderigo, der sich seinerseits zu Desdemona hingezogen fühlt, aber vom Vater abgewiesen wurde, über diese Ehe unterrichtet wird, bricht er erbost auf, um Otello zu verhaften. Zur gleichen Zeit wird allerdings die Neuigkeit verbreitet, dass die türkische Kriegsflotte Kurs auf das von Venedig besetzte Zypern hält. Otello wird vom Dogen zum Oberbefehlshaber der Verteidigung ernannt und da sich herausstellt, dass Otello ein gern gesehener Gast im Hause Brabantios war, auch seine Ehe mit Desdemona gebilligt – Brabantio muss einlenken. Jago, ein intriganter, bösartiger Fähnrich Otellos, der bei einer Beförderung zum Hauptmann zugunsten Cassios übergangen wurde, hasst seinen Herrn, sinnt auf Rache, kann sich jedoch dessen Vertrauen erschleichen.

1. Akt
Während eines Gewittersturmes kehrt Otello als Sieger über die Türken von der Seeschlacht nach Zypern zurück. Jago, verspricht Roderigo, dass Desdemona einst ihm gehören solle und hetzt ihn gegen Cassio auf, macht diesen betrunken, so dass es zum Streit zwischen Cassio und Roderigo kommt. Ein Tumult entsteht, den Otello schlichtet. Er degradiert Cassio und ordnet Ruhe an. Nur er und Desdemona bleiben zurück, gemeinsam besingen sie ihr Liebesglück.

2. Akt
Dem bedrückten Cassio rät Jago, Desdemona um Fürsprache bei Otello zu bitten. Kaum ist Cassio gegangen, besingt Jago seinen Glauben an die eigene Bösartigkeit, die er zu seinen Gunsten nützen kann, seinen Glauben an die Ausgeliefertheit des Menschen an ein böses Schicksal und seinen Unglauben über ein Weiterleben nach dem Tod. Während Cassio vor Desdemona tritt, schürt Jago Otellos Eifersucht, der die beiden bei ihrem Gespräch von der Ferne aus beobachtet. Als Desdemona ihren Gatten dann tatsächlich bittet, Cassio zu verzeihen, reagiert Otello entsprechend wütend. Heimlich entreißt Jago seiner Gattin Emilia ein Taschentuch Desdemonas und redet Otello ein, er habe Cassio im Schlaf Desdemonas Namen aussprechen hören und bei ihm ihr Taschentuch gesehen. Otello schwört Rache.

3. Akt
Jago schürt die Intrige weiter. Er lässt Otello ein Gespräch zwischen ihm und Cassio belauschen, von dem Otello nur einige verfänglich scheinende Bruchstücke aufschnappen kann. Dabei hält Cassio das ihm von Jago zugespielte Taschentuch Desdemonas in Händen.

Lodovico, ein venezianischer Gesandter, erscheint, um Otello seine Ablösung mitzuteilen. Als der sich schwer gedemütigt fühlende, seiner Sinne kaum noch mächtige Otello wenig später Desdemona voller Zorn brutal zu Boden schleudert, fliehen alle entsetzt aus dem Saal. Jago triumphiert über den ohnmächtig niedersinkenden Otello.

4. Akt
In ihrer Kammer begibt sich Desdemona, von düsteren Ahnungen geplagt, zu Bett. Otello nähert sich der Schlafenden, weckt sie und wirft ihr Untreue vor. Vergebens beteuert sie ihre Unschuld, Otello erwürgt sie. Der Lärm ruft Emilia herbei. Sie klärt den Sachverhalt mit dem Taschentuch auf, worauf Jago die Flucht ergreift. Otello nimmt, sich erstechend, mit einem Kuss Abschied von der geliebten Toten.

Sponsor

Diese Produktion wird ermöglicht mit Unterstützung von