Hector Berlioz

Les Troyens

Oper

Hector Berlioz’ Les Troyens zählt zu den größten Musiktheaterwerken der gesamten Operngeschichte. Monumental sind die Anforderungen, die dieses Werk an jedes Opernhaus stellt – alleine schon, was die Besetzung angelangt. Kein Wunder, dass Les Troyens nur selten auf den internationalen Spielplänen steht und kein Wunder, dass Aufführungen stets Festspielcharakter haben. Basierend auf der Aeneis des Vergil formte Berlioz mit seiner Oper ein Werk, das, wie der Titel bereits signalisiert – die Trojaner in den Mittelpunkt der Handlung stellt. Nach fast 40 Jahren steht die Oper nun wieder auf dem Spielplan der Wiener Staatsoper!

26 Oktober 2018
Freitag
16:30 - 21:45
2 Pausen
Preise G in den Kalender übernehmen Werkeinführung 30 Minuten vor der Vorstellung im Gustav Mahler-Saal

Besetzung | 26.10.2018

Dirigent Alain Altinoglu
Regie David McVicar
Regiemitarbeit Leah Hausman
Bühne Es Devlin
Umsetzung Bühne Will Harding
Kostüme Moritz Junge
Licht Wolfgang Goebbel
Umsetzung Licht Pia Virolainen
Choreographie Lynne Page
Choreographische Einstudierung Gemma Payne
Regieassistenz Marie Lambert
Kostümassistenz Helen Johnson
 
Enée Brandon Jovanovich
Chorèbe Adam Plachetka
Panthée Peter Kellner
Narbal Jongmin Park
Iopas Paolo Fanale
Ascagne Rachel Frenkel
Cassandre Anna Caterina Antonacci
Didon Joyce DiDonato
Anna Margarita Gritskova
Hylas Benjamin Bruns
Priam Alexandru Moisiuc
Griechischer Heerführer Orhan Yildiz
Schatten des Hector Anthony Robin Schneider
Hélénus Wolfram Igor Derntl
1. trojanischer Soldat Marcus Pelz
2. trojanischer Soldat Ferdinand Pfeiffer
Soldat Igor Onishchenko
Mercure Igor Onishchenko
Hécube Donna Ellen
 

Inhalt

Berlioz’ Libretto stammt hauptsächlich aus den Büchern I, II und IV der Aeneis von Vergil.
Der Trojanische Krieg entsprang den Streitereien der Götter und Sterblichen und brach aus, als Paris, Prinz von Troja, Helena, die Ehefrau von Menelaos, König von Sparta, raubte.
Gemeinsam mit seinem Bruder, König Agamemnon von Mykene und vielen anderen griechischen Helden segelte Menelaos nach Troja.
Beginnend mit dem Opfer von Agamemnons jüngster Tochter Iphigenie – um die Götter zu besänftigen und günstige Winde für die griechische Flotte zu gewinnen – wurde auf beiden Seiten viel Blut vergossen. Hektor, ältester Sohn von König Priamus von Troja, wurde vom griechischen Helden Achill getötet, seine Leiche an dessen Wagen gebunden und mehrmals um die Stadtmauern geschliffen. Achill wiederum wurde von Paris getötet; sein Grab befindet sich in der Ebene vor den Mauern von Troja.

1. Akt
Die griechischen Heere haben die Stadt Troja zehn Jahre lang belagert, verließen aber plötzlich das Lager, zogen ihre Schiffe zurück und verschwanden. Am Strand vor der Stadtmauer hinterließen sie ein großes hölzernes Pferd. Das trojanische Volk kommt freudig aus der Stadt, um das verlassene Lager zu plündern und bestaunt das Pferd. Kassandra, Tochter von König Priamus und einer Vestalin, erscheint. Sie ist Prophetin, wurde aber verflucht, sodass niemand ihre Weissagungen beachtet oder glaubt. Sie sieht die Katastrophe voraus, die Troja und das Volk vernichten wird. Ihr Verlobter, Choroebus, Prinz von Phrygien und ein Verbündeter von Troja, kommt, um sie zu bitten, ihre dunklen Prophezeiungen zu vergessen und am Jubel des Volkes teilzunehmen. Kassandra wird von einer plötzlichen, erschreckenden Vision ergriffen: Trojas Zerstörung und Choroebus’ Tod! Sie bittet ihn, die Stadt zu verlassen, solange noch Zeit ist. Er aber weigert sich. Resigniert reicht sie ihm ihre Hand. Der Tod, so sagt sie, wird ihr Ehebett vorbereiten.

Aus der Stadt kommt eine Prozession, die von Priamus, Königin Hekuba, ihren Töchtern, den Priestern und Kriegern Trojas angeführt wird. Ein Lobgesang wird gesungen und Opfergaben werden auf den Altar der Götter gelegt. Die Freude wird durch den stillen Auftritt von Hektors Witwe Andromache und ihrem Sohn Astyanax unterbrochen: beide trauern. Unbeachtet prophezeit Kassandra, dass Andromache vor dem nächsten Sonnenaufgang noch bitterere Tränen weinen wird. Plötzlich stürmt Aeneas, der Anführer von Trojas Kämpfern, herein, um vom schrecklichen Tod des Priesters Laokoon zu berichten. Dieser glaubte, das Pferd wäre eine von den Griechen gelegte Falle, schleuderte seinen Speer gegen das Tier und forderte das Volk auf, es zu verbrennen. Augenblicklich entstiegen dem Meer zwei riesige Schlangen und töteten ihn. Die Trojaner sind entsetzt, doch Aeneas deutet das Vorzeichen als gerechten Zorn der Göttin Pallas Athene über Laokoons Sakrileg. Das Pferd, so meint Aeneas, ist sicherlich eine Opfergabe, die von den besiegten Griechen der Göttin Trojas hinterlassen wurde. Priamus befiehlt, das Pferd in die Stadt zu bringen und vor den Tempel zu stellen. Kassandra schaut verzweifelt zu, wie das Volk das Pferd in einem Triumphzug nach Troja führt. Plötzlich hört man Waffengeräusch aus dem Bauch des Tieres, doch die Menge deutet dies als glückliches Omen. Kassandra prophezeit ihren eigenen Tod in den Ruinen von Troja.

2. Akt
Aeneas schläft. Draußen hört man den Lärm fernen Kampfes. Aeneas’ Sohn Ascanius läuft erschrocken umher, wagt es aber nicht, seinen Vater zu wecken. Aus der Dunkelheit nähert sich der Schatten von Hector. Aeneas erwacht. Die Erscheinung befiehlt ihm, der unvermeidlichen Zerstörung der Stadt zu entfliehen und mit seinen Männern nach Italien zu segeln, um ein neues Troja zu gründen. Als der Geist verschwindet, stürmt der verwundete Priester Pantheus herein, trägt das Palladium (das heilige Bild von Troja), gefolgt von Choroebus an der Spitze einer Schar von Kriegern. Die Griechen sind aus dem Pferd gestiegen und Troja steht in Flammen. Die Zitadelle, die die Stadt schützt, steht aber noch. Die Kämpfer beschließen, sich ihren Weg dorthin zu erkämpfen oder umzukommen. Trojanische Frauen, angeführt von der Prinzessin Polyxenia, beten um Befreiung. Kassandra prophezeit, dass Troja in jener Stadt, die Aeneas 

in Italien gründen soll, wieder auferstehen wird. Choroebus, berichtet sie, sei tot und sie entschlossen, ihm zu folgen. Sie fragt die Frauen, ob sie ihrerseits bereit wären, mit ihr zu sterben oder ob sie sich der Sklaverei und der Lust der erobernden Griechen unterwerfen würden. Eine kleine Gruppe von Frauen, zu angstvoll, sich das Leben zu nehmen, wird von den anderen vertrieben. Kassandra singt mit den Frauen einen Hymnus. Als ein griechischer Heerführer mit plündernden Soldaten eindringt, ist sie die erste, die sich das Leben nimmt. Weitere Soldaten kommen mit der Nachricht, dass Aeneas und seine Männer aus der Stadt entkommen sind. Mit dem Wort „Italien!“ nehmen sich Polyxenia und die anderen Frauen ihr Leben. Troja geht in Flammen unter.

Pause

3. Akt
Königin Dido ist nach der Ermordung ihres Mannes Sychäus durch ihren Bruder Pygmalion aus ihrer Heimat Tyrus geflohen. Mit ihren Gefährten hat sie an der nordafrikanischen Küste eine neue Stadt gegründet, Karthago. In nur sieben Jahren ist die Stadt erblüht und die Bevölkerung hat sich versammelt, um die geliebte Königin zu feiern und ihr zu huldigen. Dido erkennt den Eifer und die Loyalität ihres Volkes an, warnt aber davor, dass der Friede von König Iarbas und den Numidern bedroht werde und dass ein Krieg bevorstehe. Nach den Feierlichkeiten bleibt Dido mit ihrer Schwester Anna allein zurück. Sie spricht von einer großen Trauer, doch als Anna sie drängt, sich einen neuen Ehemann zu nehmen, leugnet sie die Sehnsucht nach Liebe. Dido schwört dem Gedenken an Sychäus treu zu bleiben, obwohl Annas Worte in ihr eine geheime Sehnsucht wecken. Der Hofdichter Iopas tritt ein, um die Ankunft einer unbekannten Flotte zu verkünden, die durch einen Sturm an die Küste getrieben wurde. Unter Hinweis auf ihre eigenen Seefahrten befiehlt Dido, die Fremden freundlich zu empfangen. Die trojanischen Kämpfer erscheinen, unter ihnen – verkleidet – Aeneas. Ascanius überreicht der Königin Geschenke aus dem Schatz Trojas und Pantheus verkündet die Aufgabe Aeneas’, ein neues Troja in Italien zu gründen. Narbal, der Hohepriester und Minister Karthagos, bringt die Nachricht, dass Iarbas’ Armeen angreifen. Die Karthager sind – zahlenmäßig und waffentechnisch – unterlegen. Aeneas verrät seine Identität und bietet Dido die Unterstützung der Trojaner an. Sie nimmt dankbar an, ist gleichzeitig vom Anblick des Helden überwältigt. Aeneas lässt Ascanius in Didos Obhut und zieht in den Kampf.

4. Akt
Aeneas hat den Krieg gegen die Numider gewonnen. Seine Männer und er haben sich im gastfreundlichen Karthago niedergelassen. In einem Wald in der Nähe der Stadtmauern ist das Königspaar auf die Jagd gegangen. Die Geister und Geschöpfe des Waldes fühlen sich durch das Eindringen der Jagdgesellschaft gestört. Ein Sturm bricht los. Dido und Aeneas, von den anderen getrennt, suchen Schutz. Sie gestehen sich ihre Liebe. Die Leidenschaft der Liebenden spiegelt sich in der Gewalt des Sturms. Die Geister tanzen in Ekstase, aber die Rufe, die durch den Wald hallen, sind das unvermeidliche Schicksal von Aeneas: „Italien!“ In den Gärten von Didos Palast streiten sich Anna und Narbal über den langen Aufenthalt des trojanischen Prinzen. Narbal befürchtet, dass Dido durch die Liebe zu Aeneas das Interesse an den Staatsgeschäften verloren hat, Anna aber kann sich nur über die leidenschaftliche Liebe ihrer Schwester freuen. Sicherlich, so meint sie, wird er Dido heiraten, in Karthago als König herrschen und seine Fahrt nach Italien aufgeben. Das Schicksal des Helden kann nicht negiert werden, argumentiert Narbal, und eine Katastrophe wird Karthago heimsuchen, so Aeneas bleibt. Es ist Abend und der Hof betritt die Gärten, um sich die Zeit mit Musik und Tanz zu vertreiben. Dido ist unruhig und weder das Tanzen noch die sanften Gesänge, die Iopas zum Lob der Göttin Ceres singt, können ihren unruhigen Geist beruhigen. Sie bittet Aeneas, Geschichten über die Folgen des Untergangs von Troja zu erzählen. Er beschreibt das Schicksal von Andromache, die von Pyrrhus, dem Sohn des Achill und Mörder König Priamus’, verschleppt und verheiratet wurde. Es heißt, dass sie ihren neuen Ehemann liebt und alle Erinnerungen an Hektor aufgegeben hat. Dido ist von seinen Worten bewegt. Sie wecken ihr Gewissen, denn sie weiß, dass auch sie nicht mehr an so sehr an Sychäus denkt wie einst. In Gedanken versunken, zieht ihr Ascanius, in Gestalt von Amor, spielerisch den Ring von Sychäus von ihrem Finger. Als die Dunkelheit hereinbricht, sinniert die Gesellschaft über die geheimnisvolle Schönheit der Nacht. Dido und Aeneas, entrückt, schwelgen in Liebe. Als sie den Garten verlassen, fällt das Mondlicht auf Merkur, den Götterboten. Drei Mal intoniert er das Wort „Italien!“. Aeneas Schicksal ist unausweichlich.

Pause

5. Akt
Hylas, ein phrygischer Seemann in der trojanischen Flotte, träumt im Ausguck eines Schiffes von seiner verlorenen Heimat. Pantheus befiehlt den Kriegern, sich auf eine Abreise vorzubereiten. Viele Omen deuten auf den Zorn der Götter ob der Verzögerung durch Aeneas’ hin. Zwei Wächter beklagen, aus einem Land, das sie genießen, wieder einmal vertrieben zu werden. Aeneas hat Dido von seiner Absicht und seiner Verantwortung, Karthago und sie zu verlassen, erzählt. Sie ist vor Schmerz erschüttert – und stumm. Auch er ist verzweifelt: Er kann es nicht ertragen, abzureisen, ohne sie ein letztes Mal in seinen Armen zu halten. Wankend in seinem Entschluss wird er von den Geistern von Priamus, Choroebus, Hektor und Kassandra gedrängt. Die Schatten wollen keine weitere Stunde Verzug gestatten. Aeneas weckt das Lager und befiehlt seinen Gefährten, sich auf die Abreise vorzubereiten. Er schickt Pantheus in den Palast, um Ascanius zu wecken. Verstört erscheint Dido am Hafen, um ihn zu treffen. Ihre Bitten und Flüche sind vergebens. Aeneas wird in Italien den Tod eines Helden sterben. Die Flotte macht sich bereit, Dido eilt verzweifelt davon. Im Palast verlässt Dido der Stolz und sie schickt Anna zum Hafen, um Aeneas um einige wenige weitere Tage zu bitten. Doch draußen erklingt das Weinen ob der auslaufenden Flotte. Iopas berichtet, dass die Trojaner bereits außer Sichtweite sind. Dido gerät in Raserei. Sie verschreibt sich, von den Göttern des Olymp abgewandt, den dunklen Gottheiten des Hades. Dido befiehlt einen Scheiterhaufen, auf dem jede Erinnerung an Aeneas verbrannt werden soll. Alleine gelassen verzweifelt sie und beschließt zu sterben. Sie verabschiedet sich von der Stadt, die sie so gut errichtet und so sehr geliebt hat. Das Volk versammelt sich um den Scheiterhaufen, während Dido das Opferritual für die Höllengötter vollzieht. Anna und Narbal sprechen einen Fluch über Aeneas und Dido besteigt den Scheiterhaufen, der von den Erinnerungen an ihre Liebe bedeckt ist. Sie prophezeit das Erscheinen eines großen karthagischen Helden, der Aeneas’ Nachkommen bekämpfen und sie rächen wird: Hannibal. Zum Schrecken aller ergreift sie plötzlich Aeneas’ Schwert und ersticht sich. Sterbend sieht sie eine andere Vision einer ewigen Stadt: Aeneas’ Schicksal, Rom. Das Volk von Karthago schwört dem Volk von Aeneas endlosen Hass und Krieg. Eines Tages wird die Welt ein weiteres Reich fallen sehen.

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Koproduktionspartner

Koproduktion mit dem Royal Opera House Covent Garden, London, dem Teatro alla Scala, Milano und der San Francisco Opera