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Dornröschen

Choreographie Martin Schläpfer

04. November 2022
Freitag
19.00 - 22.00
2 Pausen
Karten kaufen Werkeinführung 30 Minuten vor der Vorstellung im Gustav Mahler-Saal
07. November 2022
Montag
19.00 - 22.00
2 Pausen
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12. November 2022
Samstag
19.00 - 22.00
2 Pausen
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20. November 2022
Sonntag
18.30 - 21.30
2 Pausen
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21. Dezember 2022
Mittwoch
19.00 - 22.00
2 Pausen
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23. Dezember 2022
Freitag
19.00 - 22.00
2 Pausen
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27. Dezember 2022
Dienstag
19.00 - 22.00
2 Pausen
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29. Dezember 2022
Donnerstag
19.00 - 22.00
2 Pausen
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Besetzung 04.11.2022

Musikalische Leitung Patrick Lange
Musik Piotr I. Tschaikowski Giacinto Scelsi
Choreographie Martin Schläpfer
Bühne Florian Etti
Kostüme Catherine Voeffray
Licht Thomas Diek
Dramaturgie Anne do Paço
Der König Masayu Kimoto
Die Königin Olga Esina
Prinzessin Aurora Hyo-Jung Kang
Prinz Désiré Brendan Saye
Catalabutte Jackson Carroll
La Fée de Lilas Liudmila Konovalova
Carabosse Claudine Schoch
Der Blaue Vogel Davide Dato
Prinzessin Florine Kiyoka Hashimoto
Faun Daniel Vizcayo
Die Waldfrau Yuko Kato

Inhalt

Was am 15. Jänner 1890 im St. Petersburger Mariinski-Theater seine Uraufführung erlebte, gehörte zu den größten Ereignissen der Ballettgeschichte. Zwei Meister ihres Faches – der Komponist Piotr I. Tschaikowski und der Choreograph Marius Petipa –, beraten von dem umfassend gebildeten Intendanten Iwan Wsewoloschski, der nicht nur das Libretto, sondern auch die Kostüme entwarf, hatten aufs Engste zusammengearbeitet und ein dreistündiges Tanzfest geschaffen, das in der Komplexität der musikalischem Gestaltung, der choreographisch-dramaturgischen Struktur, der metaphorischen Dichte und des symbolischen Reichtums der Bilder seinesgleichen sucht.

Mehr noch als Schwanensee oder Der Nussknacker hat Tschaikowski die Partitur des Dornröschen symphonisch gearbeitet. Die dem 1697 in der Sammlung Les Contes de ma mère l’Oye publizierten Märchen La Belle au bois dormant von Charles Perrault entnommenen Charaktere sind in ihrer motivischen Gestaltung fein ausdifferenziert, die musikalische Aussage und der Inhalt der Handlung genau aufeinander abgestimmt. Einer der großen Bewunderer der Partitur, Igor Strawinski, schrieb: »Tagelang war ich glücklich mit und in diesem Werk, fand ich mit Genuss immer wieder die gleiche Frische, Erfindungsgabe, Kraft und Geist. Jeder Auftritt, überhaupt jeder Bühnenvorgang, ist immer individuell nach dem Charakter der jeweiligen Person behandelt, und jede Nummer hat ihr eigenes Gesicht.«

Gilt Dornröschen den einen als vollkommenstes Gebilde im Corpus der russischen Ballette, so öffnet es zugleich aber auch vielfältige Fragen und behält seine Durchlässigkeit auch für neue Interpretationen nicht zuletzt durch das ihm zugrundeliegende Märchen: eine Geschichte über das Erwachsenwerden, die Entwicklung eines Mädchens zur Frau, das Hereinbrechen einer Feenwelt in den Alltag an einem Königshof, der Kampf des Hellen gegen das Dunkle, der Zeit gegen das Böse. Am Ende erscheint die »andere« Welt, die in das Leben von Prinzessin Aurora und ihrer Eltern intervenierte, säkularisiert in einem festlichen Theater – so die Version Petipas.

Martin Schläpfer begeisterte sich bereits als Student an der Londoner Royal Ballet School für das opulente Tanzmärchen: »Dornröschen war das klassische Ballett, das ich mir in London immer wieder und am meisten angesehen habe mit Besetzungen wie Jennifer Penney und David Wall, Lynn Seymour, Rudolf Nurejew und vielen anderen«, berichtet er. »Später, als ich selbst Tänzer war, war der Blaue Vogel eine meiner schönsten und faszinierendsten Rollen. Losgelassen hat mich dieses Stück nie.« Und so beschäftigt er sich schon seit langem mit dem Gedanken, ein Dornröschen zu choreographieren. »Ich finde die Musik umwerfend«, bekennt er, »und dann habe ich mir doch zuerst den Schwanensee vorgenommen. Ich liebe alle drei Tschaikowski-Ballette – auch den Nussknacker –, so unterschiedlich sie sind. Was mich an Dornröschen fasziniert, ist das Zusammenspiel von Stoff, Musik und Rezeption: zum einen die Partitur Tschaikowskis und natürlich das Märchen wie es in den Büchern von Perrault und den Brüdern Grimm steht, zum anderen aber auch, was als sogenanntes ›Ballett-Original‹ in den Köpfen der Zuschauerinnen und Zuschauer oft regelrecht eingefräst ist. Zwischen diesen Koordinaten suche ich einen Weg, der nicht mit allem brechen will, was da ist, aber doch etwas anderes ist als nur eine weitere Version ›nach Marius Petipa‹.«

Wie bereits seinen Schwanensee möchte Martin Schläpfer Dornröschen als Schauspiel denken, »als echte Handlung, die den Figuren permanent einen Text liefert«, auch wenn große Teile der Partitur als pure Tänze konzipiert sind. An die Figuren, wie sie das Ballettlibretto zeichnet, hat er viele Fragen: »Wie ist – trotz aller Helligkeit – die tiefere Beziehung Auroras zu ihren Eltern, dem König und der Königin, die für mich ganz klar Hauptrollen sind, die nicht nur repräsentieren, sondern viel zu tanzen haben werden? Könnten die Feen elfenhafter sein, aus einer anderen Welt als der der Menschen entstammen? Ist Carabosse wirklich böse oder eher eine missverstandene Frau, tiefgründig, vielschichtig, weise, eine Figur, in die man auch Schönheit und Wärme legen könnte? Und eine zentrale Frage: Was bedeutet der immense Zeitsprung von 100 Jahren zwischen dem ersten und dem zweiten Akt – für die Handlung, die Figuren, den Tanz?«

2018 hatte Martin Schläpfer mit seinem Schwanensee »ins Herz des Märchens« gezielt und »einen großen Ballettabend« geschaffen, so der Berliner Tagesspiegel über die Uraufführung. Dass er mit dem Wiener Staatsballett nun seine Version von Dornröschen in einem Raum von Florian Etti und den Kostümen von Catherine Voeffray auf die Bühne bringt, ist folgerichtig.