Wiener Staatsballett

Der Schweizer Martin Schläpfer, der zuletzt das mehrfach preisgekrönte Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg zu internationalem Rang geführt hat, folgt am 1. September 2020 auf den ehemaligen Danseur Étoile des Balletts der Pariser Oper Manuel Legris, der mit Ende der Spielzeit 2019/20 seine überaus erfolgreiche zehnjährige Direktionszeit beim Wiener Staatsballett beschließt, um die Leitung des Balletts der Scala di Milano zu übernehmen.

Nach den gefeierten Staatsopern-Premieren »Jewels« von George Balanchine und »Lukács | Lidberg | Duato« können aufgrund der Corona-Pandemie die beiden Premieren »La Piaf« und »Appassionato – Bach und Vivaldi« in der Volksoper Wien sowie »Ballett-Hommage (Forsythe | Horecna | Lander)« und die traditionelle »Nurejew Gala« in der Staatsoper leider nicht mehr gezeigt werden. Im Repertoire waren 2019/20 erneut »Sylvia«, »Forsythe | van Manen | Kylián«, »Peer Gynt«, »Le Corsaire«, »Onegin« sowie »MacMillan | McGregor | Ashton« in der Staatsoper zu erleben. In der Volksoper begeisterte das Staatsballett mit Vesna Orlićs »Peter Pan« und »Carmina Burana« sowie Pierre Lacottes »Coppélia«.

In der kommenden Saison stellt sich Martin Schläpfer mit zwei Uraufführungen in der Wiener Staatsoper vor. Zu Gustav Mahlers Symphonie Nr. 4 kreiert er für die gesamte Compagnie das neue Ballett »4«. Uraufführung ist am 24. November 2020, kombiniert mit Hans van Manens Videoballett »Live«. Am 26. Juni 2021 folgt in der Premiere »Tänze Bilder Sinfonien« Martin Schläpfers neues Werk »Sinfonie Nr. 15« zu Dmitri Schostakowitschs gleichnamiger Komposition. Für diese Premiere, die mit George Balanchines neoklassischem Meisterwerk »Symphony in Three Movements« eröffnet, konnte Martin Schläpfer außerdem Alexei Ratmansky gewinnen, der mit seinen »Pictures at an Exhibition« erstmals dem Wiener Staatsballett eines seiner Werke anvertraut. Ab dem 23. Mai 2021 widmet sich »A Suite of Dances« dagegen ganz der amerikanischen Neoklassik: Neu einstudierte Werke aus dem jüngeren Wiener Repertoire wie Jerome Robbins’ »Glass Pieces« und »The Concert« treffen auf George Balanchines »Duo Concertant« und Robbins’ »A Suite of Dances«.

Als Direktor zeigt sich Martin Schläpfer in seiner Planung als ein Brückenbauer, der die großen Balletttraditionen selbstverständlich weiter pflegen, aber auch den Spielplan um wichtige Künstler der Gegenwart bereichern wird. Die Premieren in der Volksoper Wien stehen im Zeichen der Moderne. »Hollands Meister« zeigt ab dem 20. September 2020 Werke aus der niederländischen Tanzschmiede: Sol Leóns & Paul Lightfoots »Skew-Whiff« trifft auf Hans van Manens »Adagio Hammerklavier« und Jiří Kyliáns »Symphony of Psalms«. Ab dem 30. Jänner 2021 wird mit »Ein Deutsches Requiem« zu Johannes Brahms’ gleichnamiger Komposition dann ein Hauptwerk Martin Schläpfers in der Neueinstudierung des Wiener Staatsballetts zu sehen sein. Die letzte Premiere in der Volksoper widmet sich mit Paul Taylors »Promethean Fire« und Mark Morris’ »Beaux« zentralen Künstlern des American Modern Dance – kontrastiert von zwei filigranen Miniaturen Martin Schläpfers zu Musik von György Ligeti.

Eröffnet wird die Staatsopern-Saison mit George Balanchines »Jewels«, auf die mit »La Fille mal gardée«, »Giselle« und »Schwanensee« drei große Handlungsballette aus dem Wiener Repertoire folgen. In der Volksoper stehen erneut Vesna Orlićs beliebtes Familienstück »Peter Pan« sowie Pierre Lacottes »Coppélia« auf dem Spielplan.

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