© Peter Mayr

PHILIPPE JORDAN ÜBER »WOZZECK«

»Was Alban Berg zu einem der größten Opernkomponisten des 20. Jahrhunderts macht, ist seine faszinierende Begabung für die Bühne und sein unglaubliches theatrales Denken. Nicht nur in Bezug auf die Vertonung eines Textes, sondern auch, was sein Gespür für Aufbau und Struktur anbelangt. Er wusste, dass es, gerade bei einem damals neuen und für viele vielleicht auch verst.renden musikalischen Vokabular eine präzise Architektur braucht, um die Abgründe des Musikdramas adäquat auszuleuchten und dem Publikum eine Orientierung auf der musikalischen Landkarte zu geben. Durch den Rückgriff auf historische Formen – ähnlich Benjamin Britten – konnte sich Berg eines formalen Rahmens versichern, den die Zuhörerinnen und Zuhörer vielleicht nicht aufs erste Hören verstanden, aber stets gespürt haben. Gleichzeitig öffnete er mit seinen sensationellen Zwischenspielen Seelenräume, die das Innenleben der Figuren noch deutlicher, ergreifender und eindringlicher offenbaren.«