150 Jahre Opernhaus am Ring

Am 25. Mai 1869 wurde das Haus am Ring mit Mozarts Don Giovanni feierlich eröffnet. Ein Ereignis, das nicht nur die Wiener Öffentlichkeit mit Spannung verfolgte, sondern das auch außerhalb der Grenzen des Habsburgerreichs große Beachtung fand. Seither ist das Opernhaus stets im Blickpunkt des Interesses gestanden: Seit 150 Jahren ist es eine international wichtige Institution und Angelegenheiten der Wiener Oper sind – wie in keiner anderen Stadt weltweit – immer auch öffentliche Angelegenheiten.

Doch hat die Wiener Operngeschichte natürlich nicht erst vor 150 Jahren begonnen – sondern sehr viel früher. Und so sollen die Feierlichkeiten nicht nur an einem Tag im Haus stattfinden, sondern einen großen Bogen spannen und die Geschichte der Oper in Wien erzählen. Dabei nähert sich die Wiener Staatsoper diesem Thema aus den unterschiedlichsten Richtungen: Ein hochkarätig besetztes Symposium wirft einen umfassenden Blick auf das (Wiener) Musiktheater von der Barockzeit bis zur Gegenwart; zwei Ausstellungen (im Haus am Ring und im Theatermuseum) und eine Reihe von Publikationen beleuchten Historie und Gegenwart des künstlerischen Geschehens der Wiener Oper; und in einem Festakt am Geburtstag werden die Künstlerinnen und Künstler und das Haus gewürdigt.

Auch die künstlerische Programmierung der Spielzeit steht ganz im Zeichen der Auseinandersetzung mit dem Genre Musiktheater in all ihren Facetten: Eine Uraufführung – Die Weiden von Johannes Maria Staud, eine zeitgenössische Staatsopern-Erstaufführung (Orest von Manfred Trojahn), die Premiere von Die Frau ohne Schatten sowie ein breites Repertoire spiegeln wesentliche Wegmarken des Musiktheaters wider. Mit einer Jubiläums-CD-Box, Schul- und online-Projekten, Streaming und der Einbindung der Bundesländer überschreitet das Haus am Ring zahlreiche Grenzen; und bei einem Jubiläumsfest am Herbert-von-Karajan-Platz öffnet die Wiener Staatsoper ihre Tore ganz weit und lädt zum Mitfeiern ein.

Denn feiern wollen wir nicht nur das Haus am Ring, sondern die Oper in Wien!
Feiern Sie mit !

17. bis 19. September 2018
Gustav Mahler-Saal
Freier Eintritt, Zählkarten (ab 1. 8. an allen Kassen)

Um die Geschichte des Hauses am Ring und seine Aufführungsgeschichte richtig lesen zu können, bedarf es einer Verortung des Musiktheaters in Wien, Österreich, Europa. Beginnend bei der Barockoper befragt unter der Leitung von Oliver Rathkolb ein hochkarätig besetztes Symposium im September die wechselnden Situationen, Ausdrucksformen und Umstände des (Wiener) Musiktheaters: Wer waren die Rezipienten, wie waren die politischen Zustände, was durfte gespielt werden – und was nicht? Wie sah die Spielplanpolitik der einzelnen Direktoren aus – und wie die wirtschaftliche Lage des Hauses?

In zahlreichen Einzelvorträgen wird beim dreitägigen Symposium eine genaue Bestandsaufnahme der Situation der Wiener Oper und ihres Umfelds vorgenommen – und weit über die Grenzen geschaut.

Im Mai 2019 ist ein zweiter Symposiums-Block geplant. Die Ergebnisse der September-Tagung sowie zusätzliche Beiträge werden in einem bebilderten Doppelband publiziert.

Folder mit dem gesamten Programm des Symposiums​​​​​​​

Themen des Symposiums:

  • Herbert Seifert: Von den Anfängen der Oper bis Josef I.
  • Claudia Michels: Oper am Hof Karls VI.
  • Andrea Sommer-Mathis: Von der höfischen zur öffentlichen Oper
  • Die Anfänge des Kärntnertortheaters als Opernbühne in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts
  • Michele Calella: Das Ende der Opera seria und Opera buffa, Opéra comique und Singspiel bis 1815
  • Otto Biba: Vorstadttheater, Adels- und Klostertheater
  • Clemens Höslinger: Oper 1816 bis 1869
  • Alfred Noe: Italienische Librettistik
  • Herbert Zeman: Entwicklung des deutschsprachigen Librettos und dessen Darbietung in den Opern von Mozart bis Wagner
  • Irene Brandenburg: Ballett von den Anfängen bis 1791
  • Gunhild Oberzaucher-Schüller: Ballett von 1791 bis 1869
  • Rudi Risatti: Bühnenbild
  • Otto Biba / Herbert Seifert: Orchester
  • Clemens Höslinger: Die Direktionen Jauner, Jahn, Weingartner, Gregor
  • Christian Glanz: Die Direktionen Mahler und Strauss-Schalk im politischen Kontext
  • Clemens Hellsberg: Franz Dingelstedt, das Hofopernorchester und die Philharmonischen Konzerte
  • Oliver Rathkolb: Die Wiener Oper unter dem Hakenkreuz
  • Andreas Láng / Oliver Láng: Staatsoperndirektionen seit 1945
  • Peter Dusek: Sängerinnen und Sänger der Wiener Staatsoper nach 1945 und „das“ Orchester
  • Fritz Trümpi: Der „Wiederaufbau“ der Staatsoper aus Sicht des Exils (1945 bis 1955)
  • Michael Kraus: Die Wiener Staatsoper und die musikalische Moderne nach 1945
  • Oswald Panagl: Die Wiener Staatsoper und die Salzburger Festspiele
  • Richard Kurdiovsky: Die k. k. Hofoper von Sicardsburg und van der Nüll
  • Anna Stuhlpfarrer: Der Wiederaufbau der Wiener Staatsoper durch Erich Boltenstern
  • Susana Zapke: Die Wiener Staatsoper als urbaner Erinnerungsort und als Repräsentationsort seit 1945
  • Oliver Rathkolb: Die Wiener Staatsoper als internationale und globale Ikone Österreichs
  • Stefan Schmidl: Die Wiener Staatsoper und ihre medialen Inszenierungen
  • Isolde Schmid-Reiter: Musiktheater für Kinder als Gegenwartskunst

Am Vormittag des 25. Mai 2019 werden im Rahmen einer Geburtstagsmatinee die 150jährige Geschichte des Hauses, ihre weit über die Grenzen Österreichs hinausreichende internationale künstlerische Bedeutung ebenso gewürdigt wie die Künstlerinnen und Künstler, die das Haus Vorstellung für Vorstellung zum Leben erwecken.

Am Abend des 25. Mai 2019 – dem Jahrestag der Eröffnung – findet eine hochkarätig besetzte Festpremiere von Richard Strauss’ Die Frau ohne Schatten statt. Strauss, damals Direktor des Hauses, entwickelte gemeinsam mit seinem Librettisten Hugo von Hofmannsthal ein märchenhaft-vielschichtiges wie auch psychologisch fein ausdifferenziertes Werk, das vor 100 Jahren, am 10. Oktober 1919, im Haus am Ring uraufgeführt wurde. Seither hat Die Frau ohne Schatten eine reiche Aufführungsgeschichte erlebt und gilt als einer der besonderen Höhepunkte des Wiener und internationalen Musiktheaters.

Dirigent: Christian Thielemann
Regie: Vincent Huguet
Bühne: Aurélie Maestre
Kostüme: Caroline de Vivaise
Licht und Video: Bertrand Couderc
Chorleitung: Thomas Lang
Der Kaiser: Stephen Gould
Die Kaiserin: Camilla Nylund
Die Amme: Evelyn Herlitzius
Barak, der Färber: Wolfgang Koch
Färberin: Nina Stemme

Premiere: 25. Mai 2019
Reprisen: 30. Mai, 2., 6., 10. Juni 2019

Ein Fest für alle: Am 26. Mai 2019 tritt die Wiener Staatsoper hinaus auf den Herbert-von-Karajan-Platz und wird gemeinsam mit Ensemblesängerinnen und -sängern, Gästen, dem Staatsopernorchester, dem Bühnenorchester und dem Staatsopernchor den öffentlichen Raum rund um das Staatsoperngebäude auf unkonventionelle Weise bespielen – Überraschungen inklusive!

Die umfassende Ausstellung 150 Jahre Opernhaus am Ring zeichnet noch einmal den 150jährigen Weg der Institution sorgfältig nach. Anhand von Originaldokumenten, Leihgaben und Momentaufnahmen werden künstlerische Positionen, persönliche Schicksale und Wegmarken des Hauses neu beleuchtet.

Ineinandergreifend erzählt die Ausstellung nicht nur die Geschichte eines Opernhauses, sondern reflektiert über Konzepte, gesellschaftliche Umstände und das kulturpolitische Umfeld, in dem die Künstlerinnen und Künstler wirkten. Ab dem 16. Mai 2019 zeigt das Theatermuseum in Zusammenarbeit mit dem Wiener Staatsballett die von Andrea Amort kuratierte Ausstellung Die Spitze tanzt – 150 Jahre Ballett an der Wiener Staatsoper. Dabei sind ausgewählte Zeitzeugnisse zu sehen, die auf den Stellenwert des Ensembles, künstlerische Höhepunkte sowie auf die Auswirkungen der politischen Umstürze durch die beiden Weltkriege verweisen. Zu beiden Ausstellungen erscheinen begleitende Kataloge.

Zur Eröffnung des Hauses im Jahr 1869 erschien – in limitierter Auflage – ein edler Prachtband mit detailreichen Studien und Abbildungen zur Architektur des damals neuen Opernhauses. Inzwischen existieren nur noch wenige dieser – bei Sammlern hochbegehrten – großformatigen Sonderdrucke. Anlässlich des Jubiläums 2019 hat sich die Wiener Staatsoper entschlossen, einen Faksimile-Nachdruck der historischen Architekturstudien, erweitert durch einen Band mit Entwürfen zum Wiederaufbau 1945 bis 1955 des Architekten Erich Boltenstern, aufzulegen.

Auch mit zahlreichen Sonderpublikationen feiert die Wiener Staatsoper ihr Jubiläum: Neben den bereits genannten Tagungs- und Faksimile-Bänden und den Katalogen werden rund um den 25. Mai 2019 weitere Schriften zur Geschichte und Gegenwart des Hauses veröffentlicht: darunter etwa ein Buch über den Wiener Opern-Stehplatz.

Am 9. Mai 2018 findet ab 10 Uhr eine Buchpräsentation und Diskussion "150 Jahre Opernhaus am Ring" statt.

In Zusammenarbeit mit ORFEO veröffentlicht die Wiener Staatsoper eine Spezial-Edition wichtiger Aufnahmen aus dem Haus am Ring. 

Die systematische Erschließung aller Vorstellungen (auch jene in den Ausweichquartieren) sowie aller Gastspiele seit der Eröffnung 1869 und deren Überführung in eine benutzerfreundliche Online-Datenbank auf der Webseite der Wiener Staatsoper wird im Mai 2019 abgeschlossen. Ab diesem Zeitpunkt können sämtliche Aufführungen inklusive aller Besetzungen – auch in komplexen Suchanfragen nach Rollen/Personen/Datum – auf www.wiener-staatsoper.at abgerufen werden.

In unterschiedlichen Einzelprojekten öffnet sich die Wiener Staatsoper der Gesellschaft: Ob Schulen oder Bundesländer, ob live oder via Stream: diesmal besucht das Haus am Ring seine Besucherinnen und Besucher!

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