George Balanchine, Edwaard Liang, Daniel Proietto

Balanchine | Liang | Proietto

Premiere Ballett

01 November
Dienstag
19:00 - 21:30
2 Pausen
Preise C in den Kalender übernehmen

Besetzung | 01.11.2016

Murmuration

Dirigent Fayçal Karoui
Choreographie Edwaard Liang
Musik Ezio Bosso
Kostüme Edwaard Liang
Licht Lisa J. Pinkham
 
Violine Albena Danailova
Tänzerin 1 Nina Poláková
Tänzer 1 Roman Lazik
Tänzerin 2 Eszter Ledán
Tänzer 2 James Stephens
Tänzerin 3 Ioanna Avraam
Tänzer 3 Jakob Feyferlik
Tänzerin 4 Alice Firenze
Tänzer 4 Leonardo Basílio
 

Symphonie in C

Blanc

Dirigent Fayçal Karoui
Choreographie Daniel Proietto
Musik Mikael Karlsson
Frédéric Chopin
Text Alan Lucien Øyen
Kostüme Stine Sjøgren
Bühnenbild Leiko Fuseya
Licht/Video Martin Flack
 
Klavier Maria Radutu
Der Poet (Sprecher) Laurence Rupp
Die Frau/Sylphide Ketevan Papava
Der Schatten des Poeten Eno Peci
Eine negative Sylphide Natascha Mair
Zwei negative Poeten Davide Dato
Masayu Kimoto
Drei führende Sylphiden/Schatten Ioanna Avraam
Nina Tonoli
Eszter Ledán
 

Inhalt

Die feste, ja fast kristalline Geometrie der Neoklassik von George Balanchine trifft bei Edwaard Liang auf frei fließende „biologische“ Formen: Muster von Vogelschwärmen, im konkreten Stare, bildeten den Ausgangspunkt für seine Choreographie. „Murmuration“ bezeichnet dabei das Phänomen des sich Trennens und Durchmischen der einzelnen Schwärme bzw. einzelner Schwarmteile. Mit „Blanc“ entsteht eine Auftragsarbeit für das Wiener Staatsballett, bei der Daniel Proietto sich auf die Spurensuche nach dem Substrat des romantischen Balletts und seiner „weißen Akte“ begibt.

Der Traum vom Fliegen – ob in den Flugmaschinen des Barocktheaters, den Schwänen und dem Feuervogel, der schwerelosen Leichtigkeit des Seins der Wilis oder der Sylphiden, den legendären „Vogelschwingen“ Alvin Aileys – liegt dem Tanz mit zu Grunde. Speziell das klassische Ballett strebt nach oben, sucht in der gestreckten Silhouette die Berührung des Himmels und in der Verwendung des Spitzenschuhs die Minimierung des Bodenkontakts: Es schwebt und pflegt mit dem so genannten Ballon – der Fähigkeit im Sprung Haltungen einzunehmen, die vom Boden geläufig sind, um somit eine besondere „Leichtigkeit“ und „Mühelosigkeit“ im Sprung zu suggerieren – das Verharren in der Schwerelosigkeit.

Noch ganz in romantischer Tradition und ungeachtet der historischen Bedeutung des Werks für die Entstehung der Moderne trugen die Tänzerinnen in Fokins 1908 uraufgeführtem „Les Sylphides“ Flügelchen am Rücken – „Blanc“, ein Auftragswerk für das Wiener Staatsballett von Daniel Proietto, nimmt von diesem Meilenstein der Ballettgeschichte seinen Ausgang.

Ganz konkreten Flugbewegungen widmet sich Edwaard Liang in „Murmuration“ – der Begriff bezeichnet das sich Trennen und Durchmischen einzelner Vogelschwärme bzw. Schwarmteile, insbesondere der Stare.

Balanchine schließlich, das Genie des Tanzes, folgte dem stürmischen Flug seiner Gedanken: „Le Palais de Cristal“ – so der originale Titel der „Symphonie in C“ – entstand 1947 für das Pariser Opernballett in nur zwei Wochen, nachdem ihn Igor Strawinski auf die Partitur aufmerksam gemacht hatte. In Anbetracht von Balanchines gewaltigem, über 445 Werke umfassenden Œuvre könnte man sich auch an ein Wort Martin Luthers erinnert fühlen: „[…] der Mensch ist zum Arbeiten geboren wie der Vogel zum Fliegen.“

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