Modest Mussorgski

Chowansch­tschina

Oper

08 September
Freitag
18:30 - 22:45
2 Pausen
Tickets kaufen Preise S in den Kalender übernehmen

Besetzung | 08.09.2017

Dirigent Michael Güttler
Regie Lev Dodin
Ausstattung Alexander Borovskiy
Licht Damir Ismagilov
Regiemitarbeit Valery Galendeev
Choreographie Yuri Vasilkov
Bewegungsregie Iurii Khamutianskii
Dramaturgie Dina Dodina
 
Iwan Chowanski Ferruccio Furlanetto
Andrei Chowanski Christopher Ventris
Golizyn Herbert Lippert
Schaklowity Andrzej Dobber
Dossifei Ain Anger
Marfa Elena Maximova
 

Inhalt

Die Ouvertüre „Morgendämmerung über dem Moskwa-Fluss“:  eine Zeit der Wirren, im Staat kämpft jeder gegen jeden um die Macht.  gekämpft. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt scheinen Fürst Iwan Chowanski und die ihm untergebenen Truppen die Macht inne zu haben.

1. Akt

Moskau, am frühen Morgen nach einem wiederholten Pogrom. Die Soldaten (Strelitzen) rühmen sich der blutigen Abrechnung mit verhassten Fürsten. Fürst Schaklowity diktiert dem Schreiber eine gegen seinen Feind, den Fürsten Iwan Chowanski, gerichtete Denunziation. Die Denunziation ist an den jungen Zaren Peter I. adressiert, der noch nicht über reale Macht verfügt. Einfache Leute aus dem Moskauer Umland tauchen auf. Sie sind Analphabeten und bitten den Schreiber, ihnen die Nachrichten vorzulesen. Die Leute erfahren vom Tod der Fürsten und anderen Grausamkeiten, die auf Chowanskis Befehl verübt worden sind. Triumphierende Soldaten huldigen ihm. Chowanskis Sohn Andrei verfolgt vor aller Augen die Ausländerin Emma und versucht, sich ihrer zu bemächtigen. Nur das Eingreifen Marfas, der früheren Geliebten Andreis, rettet die Ausländerin. Iwan Chowanski befiehlt seinen Soldaten, Emma, die ihm gefällt, zu ergreifen. Zwischen Vater und Sohn entbrennt ein Streit. Das Erscheinen Dossifeis, des Anführers einer radikalen nationalistischen und religiösen Gruppierung, beendet den Streit. Vater und Sohn weichen vor der Willenskraft ihres ideologischen Konkurrenten zurück. Unruhe liegt in der Luft.

2. Akt

Fürst Golizyn, ein weiterer Bewerber um die Macht und ein moderater Europäisierer, ist von Zweifeln und Zukunftsängsten geplagt. Er bittet Marfa, ihm die Zukunft vorauszusagen. Marfa prophezeit ihm Acht und Bann. Die Prophezeiung versetzt den abergläubischen Fürsten in Wut. Er befiehlt, Marfa zu ertränken. Bei Golizyn kommen die Vertreter aller politischen Kräfte zusammen. Zwischen Chowanski, Golizyn und Dossifei entbrennt ein Streit – die ideologischen Gegner sind unversöhnlich. Unerwartet kehrt Marfa zurück, die sich aus den Händen der Mörder hat retten können. Sie bringt erschütternde Nachrichten mit: während die erfahrenen Politiker miteinander um die Macht kämpften, ist eine neue politische Kraft im Lande aufgetaucht – der junge Zar Peter und seine Garde. Fürst Schaklowity tritt ein. Er verkündet eine für Chowanski entsetzliche Nachricht: Durch eine Denunziation hat der junge Zar Peter erfahren, dass die Chowanskis „einen Staatsstreich planen“. Peter habe Chowanskis Taten als Staatsverrat eingestuft und das Verbrechen mit dem Namen des Verbrechers als „Chowanschtschina“ bezeichnet. Der Zar habe befohlen, Chowanski zu beseitigen.  

3. Akt

Im Volke gärt es. Marfa trägt schwer an Fürst Andrejs Untreue – als sie den Sohn des Fürsten Chowanski im „Parteiauftrag“ verführte, hat sie sich ernsthaft in Andrei verliebt. Marfas Liebesqualen erregen die ihr nachspionierende Susanna, eine nicht minder fanatische Jüngerin Dossifeis. Susanna kann Marfa die Gefühle, die sie in ihr geweckt hat, nicht verzeihen. Dossifei weist Susanna zurecht und tröstet Marfa. Schaklowity betet – er glaubt Russlands Retter und der Macht würdig zu sein. Er erblickt Chowanskis betrunkene Soldaten. Ihre Frauen versuchen, sie zur Ruhe zu bringen, doch das wilde Treiben nimmt seinen Lauf. Der Schreiber berichtet vom Angriff der Garde Peters. Die Soldaten erwarten, dass Chowanski sie gegen den Feind führt, doch ihr Befehlshaber ist zutiefst niedergeschlagen. Seine Macht verfällt, sein Leben ist in Gefahr.  

4. Akt

Nachdem er sich geweigert hat, gegen Peter vorzugehen, hält Chowanski sich in seinem Haus versteckt – hier wähnt er sich in Sicherheit. Um sich abzulenken, befiehlt er seinen „Haremsdamen“ ihn zu unterhalten. Ein Vertrauter Golizyns warnt Chowanski vor drohender Gefahr. Fürst Schaklowity erscheint und bittet Chowanski, zum Staatsrat zu erscheinen – man habe ihn eingeladen. Chowanski vertraut Schaklowity – und stirbt durch die Hand von Schaklowity entsandter Mörder.
Marfas Prophezeiung hat sich erfüllt: Golizyn ist ebenfalls vernichtet. Dossifei scheint keine Widersacher mehr zu haben, als Marfa ihm von Peters Entschluss berichtet, ihn und seine Jünger umzubringen. Schadenfroh teilt Marfa Andrej den Tod seines Vaters mit. Peters Soldaten führen Chowanskis Soldaten zur Hinrichtung. Andrej bittet Marfa, ihn zu retten. Mit der Nachricht von der Begnadigung durch den Zaren flösst Peters Repräsentant Fürst Streschnew den Soldaten Chowanskis neue Hoffnung ein.

5. Akt

Dossifei führt seine Anhänger und alle, die sich vor möglichen Veränderungen im Lande fürchten, zur Selbstverbrennung. Die Rettung, die Marfa Andrei versprochen hat, ist das Feuer, in dem sie sich mit ihm vermählt.
Massenhafter ritueller Selbstmord.  Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Landes werden wieder einmal zu Asche.

Nächste Vorstellungen

Fotos & Videos