Leos Janáček

Kátja Kabanová

Oper

21 April
Freitag
19:30 - 21:15
Keine Pause
Preise S in den Kalender übernehmen

Besetzung | 21.04.2017

Dirigent Tomáš Netopil
Regie André Engel
Bühne Nicky Rieti
Kostüme Chantal de La Coste
Licht André Diot
Susanne Auffermann
Dramaturgie Dominique Muller
Regiemitarbeit Ruth Orthmann
 
Dikoj Dan Paul Dumitrescu
Boris Misha Didyk
Kabanicha Jane Henschel
Tichon Leonardo Navarro
Katja Angela Denoke
Kudrjas Thomas Ebenstein
Varvara Margaret Plummer
Kuligin Marcus Pelz
Glasa Ilseyar Khayrullova
Feklusa Caroline Wenborne
 

Inhalt

1. Akt

Der junge Chemiker Kudrjáš schwärmt gegenüber der Dienstbotin Glaša über die Wolga sowie die Natur im Allgemeinen. Ihr Gespräch wird jäh unterbrochen, als der Kaufmann Dikoj und dessen Neffe Boris hinzutreten. Die lautstarken und wüsten Beschimpfungen, mit denen der aufgebrachte Dikoj seinen, wie er meint, arbeitsunwilligen Neffen bedenkt, stehen im krassen Gegensatz zur eben geäußerten euphorischen Naturbewunderung des gebildeten und fortschrittlichen Kudrjáš.
Für Kudrjáš selbst ist es unverständlich, dass Boris trotz der üblen Behandlung, die ihm offenbar widerfährt, weiterhin bei seinem rückständigen und brutalen Onkel ausharrt. Aber Boris klärt ihn wenig später unter vier Augen bereitwillig über die Hintergründe auf: Er und seine Schwester werden nach erreichter Volljährigkeit das Erbe der früh verstorbenen Eltern nur dann erhalten, wenn sie sich mit Dikoj vertragen, wodurch Boris gezwungen ist, jede Misshandlung des Onkels zu ertragen.
Über den Umstand erfreut, sich endlich bei einem Gleichgesinnten aussprechen zu können, vertraut Boris dem überraschten Kudrjáš noch ein Geheimnis an: Unwiderstehlich fühle er sich von der verheirateten Kátja Kabanová angezogen. Was jedoch Boris zunächst auch nicht weiß: dass seine Gefühle erwidert werden.
Seit ihrer Hochzeit lebt Kátja gemeinsam mit ihrem willensschwachen und trunksüchtigen Gatten Tichon und dessen autoritärer und bigotter Mutter Kabanicha unter einem Dach. Und lediglich Varvara, die Pflegetochter im Hause Kabanov, hat Mitleid mit Kátja, die unter den Vorwürfen und Beleidigungen der Schwiegermutter schwer zu tragen hat. Die in ihren Sohn vernarrte Kabanicha sieht nämlich ihren Einfluss auf Tichon seit dessen Hochzeit mit der verhassten Schwiegertochter im Schwinden und versucht daher Kátja, wo es nur geht, zu erniedrigen.
In einem vertrauten Gespräch mit Varvara erzählt Kátja von ihrer Kindheit, ihren religiösen ekstatischen Schwärmereien – und von ihrer, wie sie betont, sündhaften Sehnsucht nach einem anderen Mann, nach Boris. Als Tichon kurz darauf eintritt, um sich von seiner Frau vor einer, von Kabanicha erzwungenen längeren Reise, zu verabschieden, fleht ihn Kátja an mitfahren zu durfen. Sie ahnt verzweifelt, dass sie in der Abwesenheit ihres Gatten den Sehnsuchten nach Boris erliegen konnte. Doch sie muss bei der zankenden Schwiegermutter zu Hause zuruckbleiben.

2. Akt

Nach Tichons Abreise wird Kátja ununterbrochen von Kabanicha mit Vorwürfen gequält. In dieser erdrückenden Atmosphäre erlahmt ihr Widerstand gegen ihre Gefühle für Boris. Da sie schließlich von Varvara auch noch einen Schlüssel erhält und auf diese Weise im Geheimen das Haus verlassen kann, ist es endgültig um sie geschehen: Als der betrunkene Dikoj von Kabanicha für die nächste Nacht aufgenommen wird und die Schwiegermutter dadurch abgelenkt ist, sucht Kátja Boris auf. Ebenso wie Varvara und Kudrjáš verbringen auch Kátja und Boris die nächsten Stunden zu zweit, ehe die beiden jungen Frauen wieder nach Hause zurückschleichen – wobei Kátja von Gewissensbissen gequält wird.

3. Akt

Nachmittag, zwei Wochen später: Kudrjáš und sein Freund Kuligin, suchen in einem unbewohnten Gebäude Schutz vor einem Gewitter. Sehr bald flüchten noch weitere Personen hierher – so zum Beispiel Dikoj, der mit Kudrjáš bald eine lebhafte Auseinandersetzung führt: Denn im Gegensatz zu Kudrjáš, der die physikalischen Hintergründe für das Entstehen von Gewittern erläutern möchte, sieht Dikoj in Blitz und Donner lediglich eine Mahnung an die Macht Gottes. Auch Varvara und Boris finden sich ein. Deren Gespräch dreht sich allerdings nicht um die Ursache von Gewittern, sondern um den psychischen Zustand Kátjas, die seit der verfrühten Rückkehr Tichons wie von Sinnen zu sein scheint. 

Als Kátja in Begleitung ihres Gatten und ihrer Schwiegermutter naht, wird ihr zerrütteter Geisteszustand für alle Anwesenden offenbar. Aus Angst vor Höllenstrafen und gepeinigt von Gewissensbissen klagt und weint sie in einem fort. Nach einem besonders heftigen Blitzschlag fällt sie auf die Knie und bekennt vor Kabanicha und Tichon laut ihre Schuld: Zehn Nächte hätte sie mit Boris verbracht. Nach diesem Bekenntnis stürmt sie allein ins tobende Gewitter hinaus.
Wenige Tage später beschließen Kudrjáš und Varvara der bedrückenden Gemeinschaft zu entfliehen. Anders Kátja: Ihre einzige Stütze und Hoffnung, der geliebte Boris, wird von seinem Onkel Dikoj auf eine ferne Handelsniederlassung geschickt, wohin sie ihm nicht folgen kann. Bei einem letzten gemeinsamen Treffen verabschieden sich die beiden Liebenden von einander. Kaum ist Boris gegangen, stürzt sich Kátja in den nahen Fluss. Kuligin, der aus der Ferne mit ansah, wie sie ins Wasser sprang, ruft eilig Hilfe herbei. Doch jeder Rettungsversuch ist vergeblich: Nur mehr die Leiche Kátjas kann geborgen werden. Jetzt erst lehnt sich Tichon mit den Worten „Ihr habt sie umgebracht!“ gegen seine Mutter auf, die sich, die Form wahrend, bei allen für die Anteilnahme bedankt.

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