 | Home > Die Wiener Staatsoper > Prolog > Artikel |
 |
|
|
 |
 |
|
|
 |

|
 |
AKTUELLE CDs+DVDs
Romantik à la Offenbach
Eine Melodie daraus wurde weltberühmt, die Oper selbst jedoch blieb unbekannt. Was jeder als Barcarole aus Les Contes d’Hoffmann kennt, hat Offenbach schon 16 Jahre früher komponiert und als Feengesang seiner Oper Les Fées du Rhin verwendet. 1864 in Wien stark gekürzt uraufgeführt, geriet das Werk bald in Vergessenheit. Erst eine kritische Edition im Rahmen der Gesamtausgabe macht nun die Öffentlichkeit mit Offenbachs vollständiger Partitur bekannt. Die konzertante Uraufführung dieser Originalfassung fand 2002 in Montpellier statt und liegt als CD-Mitschnitt vor. Vom schwachbrüstigen Choeur de la Radio lettone abgesehen ist diese Aufnahme ein starkes Plädoyer für dieses Werk, das von brandschatzenden Landsknechten, friedliebenden Landbewohnern und geheimnisvollen Feen erzählt, die den Bedrängten im letzten Moment zur Hilfe kommen und die Kriegsknechte vernichten. Exzellent die Besetzung: Regina Schörg (Armgard), Nora Gubisch (Hedwig,) Piotr Beczala (Franz) und Dalibor Jenis (Conrad). Souverän am Pult: Friedemann Layer. (pb)
Stilistische Wurzeln
Unter den mehr als 40 Opern des Franzosen Étienne Henry Méhul stieß sein 1807 uraufgeführter Joseph, der die Geschichte der Söhne des biblischen Jakobs erzählt, bei den Komponistenkollegen auf größte Zustimmung. Das Label Gala hat nun zwei Aufnahmen dieser Oper aus dem Jahr 1955, eine aus Hamburg, die andere aus Stuttgart ausgegraben und in einer gemeinsamen Box herausgebracht. Zwar wird auf beiden Einspielungen in derselben deutschen Übersetzung gesungen, dennoch meint man zwei unterschiedliche Werke zu hören. Die Version unter dem Dirigat Wilhelm Schüchters klingt unbeschwert-heiter und gemahnt an den mittleren Haydn. Alfons Rischners Interpretation dürfte aber den Intentionen Méhuls näher stehen. Bei ihm kommen nicht nur die dunkleren Farben und eine gewisse Oratorienhaftigkeit des Stückes klarer zum Ausdruck, sondern es wird deutlich, wie sehr gerade Wagner in der französischen Musikwelt verwurzelt war. Für alle, die auf stilistische Spurensuche gehen möchten, sind die zwei CDs daher auf jeden Fall zu empfehlen. (lá)
Zwischen Schein und Wirklichkeit
Wenn Künstler Werke über Künstler schaffen, ist die Suche nach Autobiographischem einladend. Bei Franz Schrekers 1929 entstandener Oper Christophorus spielt die Verarbeitung von Eigenerlebten offenbar eine große Rolle. In diesem Künstlerdrama um den Kompositionsstudenten Anselm, der an einem Opernprojekt scheitert, porträtierte sich Schreker gleich zweimal — als Anselm und als dessen Lehrer Johann. Diese doppelte Selbstanalyse dürfte dem von der Avantgarde überholten Schreker ein psychologisches Muß gewesen zu sein. Das zu Unrecht unbekannte Werk liegt nun erstmals als Einspielung vor und ermöglicht so eine intensive Auseinandersetzung. Diese ist auch nötig: Die zwischen Schein und Realität pendelnde Handlung die abwechselnd gesprochenen und gesungener Passagen, die farbenreich-raffinierte Tonsprache verhindern einen bloß oberflächlichen Konsum Die Aufnahme basiert auf einer Produktion der Kieler Oper, die durch die guten sängerischen Leistungen, allen voran von Robert Chafin als Anselm dem Werk einen großen Dienst erwiesen hat. (lá)
Hamlet made in France
Hamlet von Ambroise Thomas konnte sich neben Mignon als einzige seiner Opern im Repertoire behaupten. 2003 ging das Werk unter Bertrand de Billy am Gran Teatre del Liceu in Barcelona in Szene, wovon nun ein Mitschnitt auf DVD vorliegt. In der Regie von Patrice Caurier und Moshe Leiser, die sich durch ein schlichtes Bühnenbild und kluge Personenführung auszeichnet, brillieren vor allem zwei Darsteller: Simon Keenlyside in der Titelpartie und Natalie Dessay als Ophélie. Keenlyside singt den dänischen Prinzen, der seinen ermordeten Vater rächen will, mit einem Höchstmaß an Differenzierung und souveränem Ausdruck. Natalie Dessay wiederum brilliert durch eine zutiefst berührende Gestaltung der tragischen Figur Ophélie, die den Verstand verliert und sich das Leben nimmt, da ihr der Gedanke, Hamlet habe sich von ihr abgewandt, unerträglich ist. Am Pult versteht es Bertrand de Billy meisterhaft, das katalanische Orchester auf den französischen Stil einzuschwören. Er läßt die Musik frei atmen, was die Sache besonders lebendig macht. (mk)
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
| |
|
|
|
|
 |
 |
 |
 |
 |
|
 |
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
|
|
|
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
|
 |
|
 |
 |
|
|
|
|
|
|
| |
|
|
|
|
|  |
|
|
 |
Persönlicher Kalender |
| Planen Sie Ihren Theaterbesuch mit dem persönlichen Kalender |
 |
Newsletter |
| Lassen Sie sich die neuesten Informationen per E-Mail zusenden |
|
 |
|
|
|
|
|