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Rehabilitiert
Die Rheinnixen in St. Pölten
von Peter Blaha
Der deutsche Titel ist irreführend. Nicht um Nixen handfelt es sich, sondern um Feen, die an den Gestaden des Rheins all jene, die ihrem betörenden Gesang lauschen, in den Tod ziehen. Der französische Titel Les Fées du Rhin ist da wesentlich präziser. Doch nicht in Paris, sondern an der Wiener Hofoper wurde Offenbachs Werk 1864 uraufgeführt, und zwar als Ersatz für die Uraufführung von Tristan und Isolde. Die kam nicht zustande, weil man nach 77 Proben das Werk für unspielbar erklärte. Offenbachs Rheinnixen fanden zwar, trotz entstellender Striche, beim Publikum Anklang, nicht jedoch bei der Wagner-freundlichen Wiener Presse. Fataler aber wirkte sich aus, daß es bis vor kurzem keine kritische Partiturausgabe gab, so daß kaum die Möglichkeit bestand, das weit verbreitete negative Urteil über das Werk zu überprüfen. Diese liegt nun vor und hat das Werk rehabilitiert. Zwar ist das Textbuch schwach, außerdem gibt es statt großer Arien nur Romanzen, Balladen und Lieder, so daß die Figuren auch musikalisch wenig psychologische Tiefe gewinnen. Aber die Einfälle Offenbachs sind schier überwältigend. Nicht umsonst hat er manche Themen daraus später wiederverwendet, den Elfengesang etwa als Barcarole in Les Contes d'Hoffmann. Die szenische Uraufführung der Rheinnixen auf Basis der kritischen Edition fand Anfang 2005 in Ljubljana statt. Am 28. und 30. April ist diese Produktion im Festspielhaus St. Pölten zu sehen. Restkarten sind unter 024742/908080-222 oder www.festspielhaus.at erhältlich. |
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