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Interview mit Halbsolist Davide Dato

„Junge Talente des Wiener Staatsballetts“ nennt sich ein Ballettabend, den es wieder vier Mal ab 14. März in der Volksoper Wien zu sehen gibt. Dass es sich an diesem Abend aber nicht nur um großartige Talente handelt, sondern diese auch sonst tagein tagaus zu den Stützen der Wiener Kompanie zählen, zeigt auch der Einsatz des frischgebackenen Halbsolisten Davide Dato, der an diesem Abend u.a. in einer Choreographie von Ballettdirektor Manuel Legris zu sehen sein wird.

Frage: Sie sind zwar gebürtiger Italiener, haben aber den Großteil ihrer künstlerischen Ausbildung in Wien genossen. Wie kam es dazu?

Dato: Nachdem ich zunächst in Mailand begonnen hatte, klassischen Ballettunterricht zu nehmen, kam ich bereits 2005 nach Wien an die hiesige Ballettschule, die ich 2008 erfolgreich abschließen konnte. Im Anschluss daran wurde ich sofort in die Theaterklasse engagiert und ein Jahr darauf ins Ensemble übernommen.

Frage: Obwohl sie noch in der Theaterklasse waren konnten Sie sofort als Moritz in der Volksopernproduktion „Max und Moritz“ einen ersten großen Erfolg feiern und auch im dortigen „Nussknacker“ waren sie als Roboter zu sehen.

Dato: Ja, ich hatte Glück, dass es sofort zwei schöne Rollen für mich gab, in denen ich meine Stärken zeigen konnte.

Frage: Was würde sie als ihre Stärken bezeichnen?

Dato: Ich kam ja eigentlich über meine Begeisterung für das Tanzen zum Ballett. Bevor ich noch eine klassische Ausbildung bekam, habe ich gemeinsam mit meiner zwei Jahre jüngeren Schwester Greta Jazztanz, Salsa und auch Mambo getanzt. Als wir dann beide in Richtung Klassisches Ballett gingen, waren wir auch oft gemeinsam bei Wettbewerben am Start. Ich ging dann eben nach Wien und meine Schwester blieb in Italien, wo sie zurzeit in Novarra engagiert ist. Deshalb fühle ich mich ganz besonders bei moderneren Choreographien zuhause.

Frage: Sie haben ja auch eine beachtliche Wettbewerbskarriere hingelegt.

Dato: Ja, das war für mich immer eine ganz besondere Herausforderung. In einem gewissen Alter tut es schon ganz gut, wenn man sieht, wo man ca. im Vergleich zu gleichaltrigen Tänzern steht. Natürlich geht es da ganz besonders um Technik und weniger um den emotionalen Ausdruck, aber das konnte ich mir im Laufe der letzten Jahre dafür reichlich erarbeiten.

Frage: Sonst hätte sie vermutlich die bekannte italienische Tanzzeitschrift „Danza e Danza“ auch nicht im Jahr 2010 zum „Besten Italienischen Tänzer im Ausland“ gewählt. Beim Ballettabend „Junge Talente“ wartet aber auf Sie ein ganz besondere Herausforderung oder?

Dato: Ja, Manuel Legris hat mich ausgewählt, um in seiner eigenen Choreographie „Donizetti Pas de deux“ aufzutreten.

Frage: Wie ist es so, wenn der ehemalige Étoile der Pariser Oper, aktuelle Ballettchef und Choreograph in einer Person mit Ihnen und Ihrer Partnerin dieses Stück einstudiert?

Dato: Eigentlich sehr hilfreich. Manuel Legris ist ständig mit uns im Studio. Als ehemaliger Tänzer kann er sehr präzise formulieren, was wir besser oder anders machen können, um uns weiterzuentwickeln. Er sieht unsere Fortschritte, fordert viel von uns ein, kann uns aber auch hervorragend motivieren. Diesen „Donizetti Pas de deux“ zu tanzen, ist einerseits eine große Verantwortung, aber auch eine große Herausforderung für mich, denn er ist technisch sehr anspruchsvoll. Außerdem werde ich an diesem Abend auch noch alternierend in Pierre Lacottes „La Vivandière“ zum Einsatz kommen.

Frage: Wie wichtig ist für Sie und Ihre KollegInnen dieser Abend?

Dato: Sehr wichtig. Viele TänzerInnen können sich einmal in Rollen präsentieren, die sie üblicherweise sonst kaum zu tanzen bekommen. Legris gibt aber auch während der Saison im Repertoire sehr darauf acht, dass viele von uns auch immer wieder die Möglichkeit haben, kleinere Solorollen zu tanzen. Es gibt schon lange keine einfachen Rollen mehr, daher muss man immer auf alles vorbereitet sein.

Frage: Ihr Repertoire reicht ja von modernen Stücken bis zu ganz klassischen Rollen. Worin werden wir Sie in naher Zukunft noch sehen können?

Dato: Ja, diese Abwechslung macht mir auch besonders viel Spaß. Zunächst kommt im April "Juwelen der Neuen Welt II", auf das ich mich schon sehr freue. Auf der Japan Tournee werde ich u.a. in Roland Petits „Fledermaus“ zum Einsatz kommen. Und danach folgt eine meiner derzeitigen Lieblingsrollen: der Solozigeuner in „Don Quixote“. Außerdem bin ich schon Ende Februar in drei Stücken meiner Staatsballett Kollegen bei „Junge Choreographen ´12 des Wiener Staatsballetts“ im Odeon im Einsatz.

Frage: Was sind für Sie die nächsten möglichen Ziele?

Dato: Ach, es gibt viele interessante Rollen, die ich mir vorstellen kann. Partien in „L´Arlésienne“, „Rubies“, „Romeo & Julia“ und noch vieles mehr. Ich bin überhaupt ein sehr kreativer Mensch. Mal schauen, was da noch alles kommt.


Volksoper Wien
Junge Talente des Wiener Staatsballetts
Termine: 14., 18. März, 11., 13. Juni 2012

 

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