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Elektra

Richard Strauss

Nach der Ermordung ihres Vaters ist Elektra nur mehr von einem Gedanken beseelt: von der Rache an den beiden Mördern. Diese sind aber ihre Mutter und deren neuer Gatte ...

Vorgeschichte
Agamemnon, König in Mykene, und seine Gattin Klytämnestra haben vier Kinder: Iphigenie, Elektra, Chrysothemis und Orest. Als die griechische Flotte gegen Troja auslaufen will, wird sie von einer Windstille zurückgehalten. Agamemnon muss seine Tochter Iphigenie der Göttin Artemis opfern, damit sie günstige Bedingungen für die Seefahrt gewährt. Klytämnestra hat ihm das nie verziehen. Während Agamemnons Abwesenheit im Kampf um Troja bindet sich Klytämnestra an Aegisth. Beide planen Agamemnons Tod. Als dieser siegreich mit Kassandra, der trojanischen Seherin und Königstocher, heimkehrt, bereiten ihm Klytämnestra und Aegisth heuchlerisch einen freudigen Empfang. Im Bade erschlagen sie den Wehrlosen mit einer Axt. Nach dem Mord an ihrem Vater hat Elektra ihren jungen Bruder Orest in Sicherheit bringen können. Sie selbst hegt nur einen Gedanken: Den Mord zu rächen.

Die Handlung
Elektra hat sich losgesagt von Aegisth, Klytämnestra und deren Gesellschaft. Vereinsamt lebt sie dahin, gedanklich gekettet an Agamemnon. Unbeugsam nährt sie ihren Hass, baut sie auf Orests Rückkehr als Rächer. Die fünf Mägde, bewacht von der Aufseherin, kommentieren Elektras Verhalten und Reden: gehässig, prahlerisch, ängstlich; nur die jüngste tritt für Elektra ein (". . . ihr alle seid nicht wert, die Luft zu atmen, die sie atmet..") - und wird darum gezüchtigt.
Elektra beschwört Agamemnon ("... unsre Stunde ist's, die Stunde, wo sie dich geschlachtet haben..."), berauscht sich an ihren Blut-Visionen ("... So wie aus umgeworfnen Krügen wird's aus den gebundnen Mördern fließen....") Chrysothemis unterbricht Elektras Monolog und warnt sie: Aegisth und Klytämnestra wollen sie einkerkern. Chrysothemis erheischt Mitleid, sie will sich mit den Mächtigen arrangieren, um ihre Wünsche verwirklichen zu können ("...Eh' ich sterbe, will ich auch leben! Kinder will ich haben, bevor mein Leib verwelkt..."). Elektra reagiert höhnisch.
Klytämnestra, ruhelos, gepeinigt von ihren Erinnerungen, gequält von Angstträumen ("...es ist so fürchterlich, dass meine Seele sich wünscht, erhängt zu sein...") sucht das Gespräch mit Elektra, erhofft sich Auskunft, durch welche Blutopfer und Bräuche ihr Linderung zuteil würde. Elektra antwortet hinhaltend, rätselhaft, hintersinnig ("Wenn das rechte Blutopfer unterm Beil fällt, dann träumst du nicht länger!"), ängstigt Klytämnestra durch Fragen nach Orest; fast kommt es zu einer Annäherung von Mutter und Tochter, da aber Klytämnestra nicht von Aegisth lassen will, lässt Elektra schließlich die Maske fallen: "Was bluten muss? Dein eigenes Genick..."
In diesem Augenblick aber erfährt Klytämnestra von ihrer Vertrauten Neuigkeiten, ihr Grauen weicht einem Triumphgefühl. Elektra ist irritiert, bis ihr Chrysothemis zuschreit: "Orest ist tot." Elektra will das nicht wahrhaben, muss dann doch dem Botenbericht Glauben schenken und erkennt: "Nun muss es hier von uns geschehn" - die Rachetat. Chrysothemis soll ihr dabei helfen. Mit Zärtlichkeit und Zeichen der Zuneigung ("Wie stark du bist! Dich haben die jungfräulichen Nächte stark gemacht...") versucht Elektra, Chrysothemis für ihren Mordplan an Klytämnestra und Aegisth zu gewinnen. Aber Chrysothemis hat Angst, entzieht sich ihrer Schwester - und wird von dieser verflucht. Elektra ist entschlossen, die Tat allein zu vollbringen.
Ein Fremder ist gekommen: Er sei der Bote, Klytämnestra den Tod Orests zu melden. Elektras Verzweiflung bewegt ihn, nach ihrem Namen zu fragen. Dann gibt er sich als Bruder zu erkennen - Orest! Elektra drängt zur Tat, überredet Orest, bis er bereit ist: "... Ich will es tun, ich will es eilig tun!"
Elektra harrt. ... Die Todesschreie Klytämnestras und die Verwirrung der Mägde geben ihr Gewissheit...
Aegisth, von Dienern herbeigeholt, will selbst die Botschaft von Orests Tod hören. Schmeichlerisch geleitet ihn Elektra dahin, wo sie den Rächer weiß, der ihn töten wird.
Chrysothemis, begeistert vom Geschehen, ist schon ganz auf der Seite Orests und hofft, dass nun durch ihn ein neues Leben anfangen werde ("... und Liebe fließt über uns wie Öl und Myrrhen....")
In Elektra scheint eine furchtbare Erkenntnis aufzukeimen (".... der zwanzigfache Ozean begräbt mir jedes Glied mit seiner Wucht, ich kann mich nicht erheben!"), sie erstarrt, ihr bleibt das Schweigen, und die als ersehnte Erneuerung bis jetzt gern getragene "Last des Glücks" offenbart sich ihr als unentrinnbare Schicksalsverstrickung.

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