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Manon

Kenneth MacMillan

Seit seiner Uraufführung 1974 beim Londoner Royal Ballet gilt die "Manon" des britischen Tanzdramatikers Sir Kenneth MacMillan als eines der Meisterwerke der Gattung des abendfüllenden Handlungsballetts. Für seine Darstellung einer leidenschaftlichen Liebe, die ein Gefälle von höchstem Glück bis zur trostlosesten Ausweglosigkeit zeigt, wählte der Choreograph Kompositionen von Massenet, ohne jedoch Musik aus dessen gleichnamiger Oper heranzuziehen. Wie schon in früheren Ballettversionen erwies sich auch in MacMillans Fassung die Thematik als besonders geeignet für eine rein körperliche Darstellung. Beispielhaft dafür sind die zu Kernstücken der Choreographie gewordenen, von größter Emotionalität erfüllten Pas de deux für das Protagonistenpaar. Das vor allem durch die hochdramatische Anlage der Hauptfiguren zu einem der beliebtesten Stücke des Weltrepertoires gewordene Werk wurde 1993 erstmals an der Wiener Staatsoper getanzt.

I. AKT

1. Szene: Der Hof einer Wirtschaft in der Nähe von Paris
Im Hof der Wirtschaft herrscht reges Treiben. Unter den Anwesenden befinden sich auch der junge Student Des Grieux, der reiche Monsieur G. M. und Lescaut, der hier auf seine Schwester Manon wartet. Sie soll ins Kloster eintreten und wird auf ihrem Weg dorthin halt machen. Als die Kutsche mit Manon eintrifft, steigt auch ein alter Lebemann aus, der großes Interesse an Manon zeigt. Lescaut bemerkt dies und bittet den Alten in die Wirtschaft, um mit ihm über seine Schwester zu verhandeln. Mittlerweile begegnet Manon Des Grieux, die beiden verlieben sich auf den ersten Blick ineinander und beschließen, mit dem Geld, das Manon dem alten gestohlen hat, nach Paris zu fliehen. Nachdem Lescaut und der alte Lebemann den Handel abgeschlossen haben, müssen sie zu ihrer Bestürzung feststellen, dass Manon verschwunden ist. Auch Monsieur G. M. erklärt sein Interesse an Manon. Beeindruckt von G. M.’s Reichtum verspricht Lescaut, Manon für ihn ausfindig zu machen und sie zu überreden, ihn zu erhören.

2. Szene: Des Grieux’ Unterkunft in Paris
Des Grieux schreibt seinem Vater einen Brief und wird dabei von Manon unterbrochen, die ihm ihre Liebe erklärt. Während Des Grieux den Brief zur Post bringt, erscheint Lescaut mit Monsieur G. M. Manon gibt dessen Annäherungsversuchen nach, und als Des Grieux zurückkommt, überzeugt ihn Lescaut, daß es in ihrer aller Interesse sei, wenn Des Grieux eine Liaison zwischen Manon und Monsieur G. M. billige.

II. AKT

1. Szene: Ein Fest in Madame’s Hôtel particulier
Manon trifft auf dem Fest ein, das Monsieur G. M. gibt. Auch Lescaut und Des Grieux sind unter den Anwesenden. Manon ist sichtlich hin- und hergerissen zwischen dem Reichtum ihres Liebhabers und der Liebe zu Des Grieux. Dieser will sie überreden, mit ihm fortzugehen, aber sie will sich ihm erst anschließen, wenn er Monsieur G. M. beim Kartenspiel genug Geld abgenommen hat. Des Grieux wird beim Falschspiel ertappt und stürzt mit Manon davon.

2. Szene: Des Grieux’ Unterkunft
Manon und Des Grieux erklären einander ihre Liebe. Da kommt Monsieur G. M. in Begleitung von Wachen und lässt Manon als Prostituierte festnehmen. Im anschließenden Handgemenge wird Lescaut getötet.

III. AKT

1. Szene: Der Hafen von Neu-Orléans
Manon ist als Prostituierte nach Amerika deportiert worden. Unter dem Vorwand, ihr Gemahl zu sein, hat sich Des Grieux ihr angeschlossen. Manon erregt die Aufmerksamkeit des Aufsehers der Strafkolonie.

2. Szene: Das Zimmer des Aufsehers
Der Aufseher hat Manon ins Gefängnis geworfen, aber er verspricht ihr Vergünstigungen, wenn sie Des Grieux verläßt und zu ihm zieht. Da stürmt Des Grieux herein und tötet den Aufseher.

3. Szene: Im Sumpf
Manon und Des Grieux sind in die Sümpfe von Louisiana geflohen. Manon hat all ihr früheres Streben nach Reichtum und Ruhm für ihre Liebe zu Des Grieux aufgegeben. Auf der Flucht vor ihren Verfolgern bricht sie erschöpft zusammen und stirbt in den Armen ihres Geliebten.

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