Navigation des aktuellen Bereichs:
Inhalt:

La Sylphide

Pierre Lacotte, Filippo Taglioni

Der Kosmos des Romantischen Balletts, als dessen Initialwerk die 1832 in Paris uraufgeführte Sylphide anzusehen ist, bezieht seine fortdauernde Gültigkeit aus der Tatsache, für den aufgegriffenen Inhalt ein adäquates tänzerisches Mittel - den Spitzentanz - gefunden zu haben. Das Ballett erzählt von einem Wesen aus einer anderen Welt, dessen Versuch, mit einem Sterblichen eine Verbindung einzugehen, tödlich endet. La Sylphide und seine Schöpfer - Filippo Taglioni als Choreograph und seine Tochter Marie als Sylphide - vermochten mit ihrem Ballett die Grundstimmung der Romantik idealtypisch auf die Bühne zu stellen. Dem leidenschaftlichen Engagement Pierre Lacottes für das Romantische Ballett ist die Wiederbelebung des Pariser Originals dieses Werks zu danken.

1. AKT In einem Bauernhaus in Schottland wartet James – in einem Sessel am Kamin schlummernd – auf das Morgengrauen des Tages seiner Hochzeit mit Effie. Neben ihm steht ein geflügeltes Wesen, eine Sylphide, die ihn verliebt betrachtet und durch einen Kuss erweckt. James versucht, die Erscheinung zu fassen, aber die Sylphide schwebt davon. Effie, die Mutter und die Nachbarn erscheinen, um die Hochzeitsvorbereitungen zu treffen. Ebenso wie Gurn, der eine Liebe ohne Hoffnung für Effie hegt. Eine alte Frau, vielleicht eine Hexe, will die Zukunft voraussagen. James weist sie ab, aber Effie reicht ihr die Hand. So erfährt das junge Mädchen voller Trauer, dass ihr Verlobter sie nicht wirklich liebt, da er viel zu sehr in seinen Traum von der unerreichbaren Schönen versunken ist. Weiters erfährt sie, dass sie schließlich ihren Verehrer Gurn heiraten wird. James ist wütend und verjagt die Hexe. Diese schwört Rache. Als James einen Moment allein ist, erscheint ihm die Sylphide erneut. Sie bezaubert ihn, und der junge Mann gesteht ihr seine Liebe. Gurn hat die Szene aus einem Versteck beobachtet und eilt zu Effie, um ihr vom Verrat ihres Bräutigams zu berichten. Aber die Sylphide bleibt den Hochzeitsgästen unsichtbar, nur James kann sie sehen. So findet er sich mitten im Fest wie zerrissen zwischen der sehr wohl wirklichen Effie und der ungreifbaren Erscheinung der Sylphide. Dieser gelingt es aus James’ Hand den Trauring zu entreißen, der seiner Verlobten zugedacht war und entflieht damit in den Wald. James folgt ihr nach und lässt die weinende Effie zurück. 2. AKT Die Hexe Madge – die vorhin im Haus war – tanzt jetzt mit ihren Schwestern im Mondschein im Wald. Die Alte macht sich an einem Kessel zu schaffen, aus dem sie einen dampfenden Schal zieht. Auf der Lichtung tanzen seltsame Wesen von Baum zu Baum. James erscheint. Wie von Sinnen sucht er seine Sylphide. Heimtückisch schenkt ihm die Hexe den Schal. Dies sei ein Zauberschleier, der es ihm möglich machen werde, das ungreifbare Wesen einzufangen. James hat bei den schwebenden Geistern das Ziel seines Begehrens wiedergefunden. Die Sylphide zeigt dem jungen Mann ihr Waldreich und lädt ihn ein, am Tanz mit ihren geflügelten Gespielinnen teilzunehmen. Er lockt die schöne Fliehende nahe zu sich, und es gelingt ihm, ihr den Schleier über die Schulter zu legen. Nun kann sie ihm nicht mehr entkommen! Aber bei der Berührung des Schleiers verkümmern die Flügel der Sylphide und fallen ab, und es ist, als ob das Leben allmählich aus dem übernatürlichen Körper wiche. Die Sylphide wird in den Armen des jungen Mannes ohnmächtig. James erkennt zu spät – und das ist die Rache der Hexe – dass er gerade jene getötet hat, die er liebte. Und während Effie und Gurn, von den Hochzeitsgästen begleitet, in weiter Entfernung vergeblich nach dem treulosen Verlobten suchen, muss James voller Verzweiflung zusehen, wie die Sylphiden ihre verstorbene Gefährtin aufheben und durch die Lüfte davontragen.

Termine


bundestheater.at