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La Clemenza di Tito

Wolfgang Amadeus Mozart

Mozart schrieb dieses Musiktheaterwerk in seinem Todesjahr 1791. Als zur Krönung Kaiser Leopolds II. zum König von Böhmen eine Festoper in Auftrag gegeben wurde, waren Thema und Ausrichtung klar vorgegeben – eine Verherrlichung des gütigen, weisen und humanistisch geprägten Herrschers. Mit beachtlichem, sich bald noch steigerndem Erfolg wurde La clemenza di Tito am 6. September 1791 in Prag uraufgeführt. 1880 erklang das Werk erstmals im Haus am Ring und ist nun, zwanzig Jahre nach der letzten Staatsopernaufführung, wieder zu erleben.

Tito opfert seine Liebe dem Willen des Volkes. Er trennt sich von seiner Geliebten, der Jüdin Berenice, und ist bereit, eine römische Patrizierin zur Gattin zu nehmen.

1. Akt
Vitellia, die Tochter des gestürzten Kaisers Vitellio, erhebt Ansprüche auf den Thron. Sie versucht, sich Sesto, einen Freund des Kaisers, als Werkzeug ihres Machtwillens gefügig zu machen. Sie verspricht ihm ihre Gunst, wenn es ihm gelänge, den Kaiser zu töten. Sesto, schwankend zwischen der Freundschaft zum Kaiser und der Liebe zu Vitellia, erklärt sich bereit, sich der Verschwörung des Lentulo anzuschließen und das Attentat zu wagen.
Annio, ein junger Patrizier, berichtet von der Verabschiedung der Berenice. Da fasst Vitellia neue Hoffnung und gebietet Sesto, die Tat noch einmal aufzuschieben. Annio bittet seinen Freund Sesto um die Einwilligung zur Hochzeit mit dessen Schwester Servilia.
Zur Krönung Titos versammelt sich der Adel Roms auf dem Kapitol. Das ihm dargebotene Geschenk bestimmt der neue Imperator jedoch der Linderung der Not der Opfer des jüngsten Vesuvausbruchs. Um Sesto mit seiner Freundschaft auszuzeichnen, will er dessen Schwester Servilia zur Kaiserin erheben. Tugend und Freundschaft zu fördern, erachtet er als Sinn seiner Herrschaft.
Annio, der bereit ist, sich dem Wunsch des Kaisers zu unterwerfen, eröffnet seiner Braut Servilia, dass sie von Tito zur Gemahlin erwählt worden sei. Sie jedoch will sich nicht fügen, bekräftigt ihre Liebe zu Annio und gesteht Tito ihre Liebe zu Annio, worauf dieser großmütig auf ihre Hand verzichtet und selbst das Glück der Liebenden begründen will.
Vitellia, die unterdessen von der beabsichtigten Erhebung Servilias zur Kaiserin Kenntnis erlangt hat, fühlt sich in ihrem Stolz verletzt und drängt Sesto von neuem zur Tat. Widerstrebend lässt dieser sich überreden, den Anschlag nun endgültig durchzuführen. Kaum jedoch ist er aufgebrochen, erfährt Vitellia von dem neuen Plan Titos, nunmehr sie selbst zur Gemahlin zu erwählen.
Der Aufstand des Lentulo hat begonnen. Vergebens bemüht sich Vitellia, ihm Einhalt zu gebieten. Das Schicksal nimmt seinen Lauf. Das Kapitol steht in Flammen und wehklagend versucht das Volk, sich zu retten. Sesto kehrt zurück in der Überzeugung, Tito getötet zu haben. Alle beklagen den Tod des gütigen Herrschers.

2. Akt
Annio berichtet dem verzweifelten Sesto, dass der Kaiser in dem Aufruhr unversehrt geblieben sei. Ein anderer sei vom Dolch des Mörders getroffen worden. Nun bekennt Sesto seine Schuld. Vitellia drängt ihn zu eiliger Flucht, während Annio rät, auf die Gnade des Kaisers zu vertrauen.
Publio lässt Sesto als den erwiesenen Attentäter verhaften. Der erkennt nun, dass er irrtümlich seinen Mitverschworenen Lentulo, welcher sich triumphierend bereits mit dem Krönungsmantel geschmückt hatte, mit dem Dolch getroffen hat.
Der durch glückliche Fügung dem Tode entronnene Tito zeigt sich seinem Volke und sucht dessen Leid nach dem Brand der Stadt zu lindern. Der Senat hat über Sesto das Todesurteil gesprochen, der Kaiser aber zögert, das Urteil zu unterzeichnen. Er will allein mit dem Freund sprechen, der ihn verriet. Sesto gibt das Geheimnis seiner Tat nicht preis. Er ist bereit zu sterben. Obwohl ihm das Schweigen seines schuldigen Freundes ein Rätsel bleibt, beschließt Tito, das Todesurteil aufzuheben.
Vitellia, durch Servilias Bitten bestürmt, entschließt sich endlich doch, Sesto durch ein Geständnis zu retten. Reumütig wirft sie sich dem Kaiser zu Füßen. Tito sieht sich von allen verraten. Aber er will der Rache nicht das letzte Wort lassen. Er schenkt den Attentätern und Verschwörern Leben und Freiheit. Das Volk preist das Glück dieses historischen Augenblicks.

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