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Tristan und Isolde

Richard Wagner

Richard Wagners Version des mittelalterlichen Stoffes um Liebe und Liebestod hat die Musikwelt geradezu revolutioniert. Nicht umsonst wurde das Werk von Friedrich Nietzsche als "eigentliches Opus metaphysicum aller Kunst" bezeichnet.

1. AUFZUG: Die irische Königstochter Isolde wird von Tristan nach Cornwall gebracht, um dort mit seinem Onkel, dem müden König Marke, vermählt zu werden. Ihre treue Dienerin Brangäne begleitet sie. Das Schiff ist nicht mehr weit von Cornwall entfernt. Isolde befindet sich in einem Zustand höchster Erregung (Entartet Geschlecht!/Unwert der Ahnen). Sie verlangt, Tristan zu sehen (Meinem Dienst bereit,/ schleunig soll er mir nahn.), der sich jedoch weigert, ihr seine Aufwartung zu machen. Brangäne, die die rasende Isolde zu beruhigen versucht, erfährt von ihrer Herrin den Grund für ihren Haß auf Tristan (Erfuhrest du meine Schmach/nun höre, was sie mir schuf): Tristan hat Morold, den Verlobten Isoldes, erschlagen, als dieser von Marke den fälligen Vasallenzins forderte. Aus seiner Abhängigkeit befreit, schickte Cornwall anstelle des Tributs Morolds Kopf nach Irland zurück. Tristan wurde beim Kampf durch Morolds Schwert jedoch so schwer verwundet, daß er unter dem Namen Tantris nach Irland fahren mußte, weil nur die heilkundige Isolde ihn heilen konnte. Durch einen Schwertsplitter in der Wunde erkannte Isolde, daß der vermeintliche Tantris der Mörder ihres Verlobten ist; sie erhob das Schwert, um ihn zu töten, doch sein Blick, der ihre Liebe hervorrief, hinderte sie daran (Er sah mir in die Augen ... das Schwert ich ließ es fallen). Isolde schwieg, pflegte Tristan gesund und ließ den Helden fahren, der ihr ew'gen Dank und Treue schwor. In Cornwall bedrängte Tristan seinen Onkel Marke, Isolde zur Frau zu nehmen, und trat bald darauf bei Isolde als Brautwerber für Marke auf. Isolde konnte aus Gründen des politischen Kalküls nicht ablehnen. Brangänes Versuch, Isolde zu erklären, daß Tristans Liebe und Dankbarkeit sich darin ausdrücke, daß er für sie auf sein Erbe verzichte (Hör' mich! Komme!/Setz dich her//Welcher Wahn), bleibt erfolglos. Verbittert über die Schmach, anstelle des heimlich geliebten Tristan (Ungeminnt/den hehrsten Mann/stets mir nah zu sehen) einen ehemaligen Vasall und alternden König heiraten zu müssen, beschließt Isolde Tristan und sich mit einem Trank zu töten. Sie befiehlt Brangäne, den Todestrank vorzubereiten. Die entsetzte Brangäne füllt jedoch die Schale heimlich mit einem Liebestrank. Als Kurwenal, der treue Gefolgsmann Tristans, den Frauen meldet (Auf! Auf! Ihr Frauen), daß sie sich für die baldige Ankunft in Cornwall vorbereiten sollen, fordert Isolde, daß Tristan zuvor zu ihr kommen müsse, ansonsten werde sie, solange Morolds Todzwischen ihnen ungesühnt sei, nicht vor König Marke treten (Herrn Tristan bringe meinen Gruß). Tristan vermag sich ihr nicht ein zweites Mal zu entziehen und reicht ihr sein Schwert zur Sühne. Isolde weist jedoch seine Waffe zurück und fordert Tristan auf, ihr Sühne zu trinken. Tristan willigt ein, er ahnt, daß die Schale Gift enthält, und will damit ebenfalls seiner unglücklichen Liebe zu Isolde ein Ende machen (Vergessens güt'ger Trank, dich trink ich sonder Wank!). Nachdem beide den vermeintlichen Todestrank getrunken haben, werden sie von der Wirkung des Liebestrankes überwältigt und gestehen einander ihre Liebe, die sie bis jetzt verbargen (Du mir einzig bewußt höchste Liebeslust!). Brangäne, die die Ankunft des Schiffes in Cornwall verkünden will, findet die Liebenden in inniger Versunkenheit, aus der sie sie nur mit Mühe zurückholen kann. 2. AUFZUG: Während Marke mit seinem Gefolge auf Jagd gegangen ist, wartet Isolde voller Ungeduld und Sehnsucht auf die heimliche AnkunftTristans. Sie drängt Brangäne, nachdem die Jagdhörner verklungen sind, endlich die Fackel zu löschen damit ihr Geliebter das verabredete Zeichen erhalte und zu ihr eilen könne. Brangäne warnt Isolde vor Melot, einem Gefolgsmann Markes, der, ihrer Überzeugung nach, eine Intrige gegen Tristan und Isolde plane (O hör mein Warnen!). Isolde achtet nicht auf Brangänes Warnung und löscht die Fackel während Brangäne die Zinne ersteigt, um dort in der Nacht über die Liebenden zu wachen. Tristan erscheint. "Nach leidenschaftlicher Begrüßung verwünschen die Liebenden den tückischen, blendenden Tag und beschwören die Nacht und damit den Tod als den Bereich der wahren Liebe (O sink hernieder, Nacht der Liebe). Die Todessehnsucht gipfelt in einem großen Zwiegesang, der in völliger Entrücktheit und Verklärung endet. Brangänes Wächterlied (Einsam wachend in der Nacht. .) verhallt, ohne daß die Liebenden darauf reagieren. Wie Brangäne befürchtet hat, überrascht Marke, von Melot informiert, die Liebenden. Kurwenal, der Tristan und Isolde ebenfalls warnen wollte, kommt zu spät. Tief erschüttert muß Marke erkennen, daß Melots Anschuldigungen berechtigt waren. Fassungslos versucht er, in einer großen Klage das Vorgefallene zu begreifen (Mir dies? Dies, Tristan, mir?), erhält jedoch keine Antwort auf seine Frage nach dem Grund von Tristans Treuebruch .... was du frägst,/ das wirst du nie erfahren). Tristan sieht nur noch den Tod als Ausweg, in den ihm Isolde auch folgen will. Er küßt Isolde zum letzten Mal und stürzt sich, als Melot die Schmach des Königs mit dem Schwert rächen will, in die Waffe des Freundes, der ihn verriet. 3. AUFZUG: Kurvenal hat den schwerverletzten Tristan auf seine Burg Kareol gebracht und seinen Boten zu Isolde geschickt, da sie allein die Wunde heilen kann. Ein Hirte beobachtet das Meer und soll auf seiner Schalmei eine lustige Weise erklingen lassen, wenn Isoldes Schiff erscheint. Tristan erwacht durch das sehnsüchtige und traurige Lied des Hirten und durchleidet, von Fieberphantasien geschüttelt, noch einmal die zurückliegenden Ereignisse. Seine Sehnsucht nach Isolde steigert sich ins Unerträgliche (Sie zu sehen, welch Verlangen!). Endlich meldet der Hirte das Nahen Isoldes. Tristan vermag nicht mehr länger auf dem Krankenlager zu bleiben (O diese Sonne! Ha dieser Tag!), reißt sich den Verband von der Wunde und stürzt der herbeieilenden Isolde sterbend in die Arme. Isolde sinkt, nachdem sie erkannt hat, daß sie zu spät gekommen ist, um mit ihremGeliebten gemeinsam den Liebestod zu sterben (nur eine Stunde bleibe mir wach), ohnmächtig über dem Leichnam zusammen. Währenddessen meldet der Hirte die Ankunft eines zweites Schiffes. Marke, der durch Brangäne von dem Liebestrank erfahren hatte, ist Isolde nachgeeilt, um Tristan zu vergeben und ihn mit Isolde zu vereinen. Kurwenal, der nichts davon weiß, will Tristan verteidigen, dringt mit gezücktem Schwert auf Marke und sein Gefolge ein, erschlägt Melot und wird selbst tödlich getroffen. Marke kann nicht mehr helfen. Isolde merkt von den Ereignissen rund um sie nichts mehr, in völliger Verklärung stirbt sie ihrem Geliebten nach (Mild und leise/wie er lächelt). Dem erschütterten Marke bleibt nur mehr die Segnung der Leichen.

  • Franz Welser-Möst | Dirigent
  • David McVicar | Regie
  • Robert Jones | Ausstattung
  • Paule Constable | Licht
  • Andrew George | Choreographie
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  • Peter Seiffert | Tristan
  • Stephen Milling | König Marke
  • Nina Stemme | Isolde
  • Janina Baechle | Brangäne
  • Jochen Schmeckenbecher | Kurwenal
  • Eijiro Kai | Melot
  • Carlos Osuna | ein Hirt
  • Marcus Pelz | ein Steuermann
  • Jinxu Xiahou | Stimme eines jungen Seemanns

Termine

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