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Capriccio

Richard Strauss

Es ist eine Oper über die Kunstform Oper: Richard Strauss’ spätes Opus schildert die Entstehung eines Musiktheaterwerks, widmet sich mit weiser Heiterkeit und voller Wissen um dieses Genre der Welt der Bühne. Zentrale Frage: Text oder Musik – was hat den Vorrang? Capriccio ist gleichermaßen genaues Typentheater, zarte Liebeserklärung, kluges Auseinandersetzen wie auch feines Kammerspiel. Regisseur und Bühnenbildner Marco Arturo Marelli inszenierte dieses augenzwinkernde Vermächtniswerk voller poetischer Kraft und entwarf schillernd-schöne Bilderwelten.

Die Oper Capriccio schildert die Entstehung einer Oper. Die Handlung beschreibt einen Tag im Salon der jungen und kunstsinnigen verwitweten Gräfin Madeleine, die im Zentrum des Geschehens steht. Madeleine inspiriert gleichsam als Muse die sie umgebenden Künstler. Allen voran den Dichter Olivier und den Komponisten Flamand, die beide in sie verliebt sind, und hoffen mit ihrem jeweiligen künstlerischen Schaffen das Herz der schönen Gräfin zu erobern, die sich jedoch für keinen der beiden entscheiden kann. Rivalität herrscht zwischen Flamand und Olivier auch in der Frage hinsichtlich der Bedeutung von Dichtung und Musik: Gebührt dem Wort oder doch dem Ton der Vorrang - prima la musica dopo le parole oder doch umgekehrt prima le parole dopo la musica? Eine diesbezügliche Entscheidung erwarten die beiden vom Urteil der Gräfin, die aber erkennt, dass erst das Zusammentreffen von Dichtung und Komposition zum künstlerischen Ideal führt: "Eins ist im andern und will zum andern". Eine gänzlich andere Position nimmt der praktisch veranlagte Theaterdirektor La Roche ein. Für ihn zählt nur das publikumswirksame Theater mit einprägsamer Musik. Dementsprechend will er zum Geburtstag der Gräfin ein großes Huldigungsspiel vorbereiten. Die Gräfin wünscht sich indessen statt des veralteten Festspiels eine neu zu schaffende Oper. Der Graf, ihr Bruder, regt "etwas boshaft" an, die Vorkommnisse des "heutigen", eben erlebten Tages, unter anderem die hitzig geführte Diskussionenum die Vorrangstellung von Wort und Ton, als Handlung zu wählen. Diese Idee findet die allgemeine Zustimmung und die Gesellschaft löst sich auf. Der allein zurückgebliebenen Gräfin meldet ihr Haushofmeister, dass Olivier sie am nächsten Morgen in der Bibliothek aufsuchen wird, um von ihr das Ende der geplanten neuen Oper zu erfahren, also das endgültige Urteil über die Vorrangstellung von Wort und Ton. Und damit auch ihre Wahl: Olivier oder Flamand. Da Olivier in der Bibliothek zur gleichen Stunde erscheinen wird, wie Flamand, dem die Gräfin ebendort bereits ein Treffen zugesagt hat, wird es allerdings abermals keine Entscheidung geben. Der Schluss der Oper bleibt offen. Und fragend wendet sich Madeleine, um eine Antwort zu erhalten, ihrem Spiegelbild zu: "Gibt es einen Schluss, der nicht trivial ist"?

  • Christoph Eschenbach | Dirigent
  • Marco Arturo Marelli | Inszenierung
  • Marco Arturo Marelli | Bühnenbild und Licht
  • Dagmar Niefind | Kostüme
  • Lukas Gaudernak | Choreographie
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  • Renée Fleming | Die Gräfin
  • Bo Skovhus | Der Graf,ihr Bruder
  • Michael Schade | Flamand,ein Musiker
  • Markus Eiche | Olivier,ein Dichter
  • Kurt Rydl | La Roche,ein Theaterdirektor
  • Angelika Kirchschlager | Die Schauspielerin Clairon
  • Michael Roider | Monsieur Taupe
  • Íride Martínez | eine italienische Sängerin
  • Benjamin Bruns | ein italienischer Tenor
  • Josefine Tyler | eine junge Tänzerin
  • Samuel Colombet | ein junger Tänzer
  • Clemens Unterreiner | der Haushofmeister
  • Wolfram Igor Derntl | 1. Diener
  • Michael Wilder | 2. Diener
  • Martin Müller | 3. Diener
  • Johannes Gisser | 4. Diener
  • Jens Musger | 5. Diener
  • Oleg Zalytskiy | 6. Diener
  • Burkhard Höft | 7. Diener
  • Konrad Huber | 8. Diener


  • Trio auf der Bühne
  • Daniel Froschauer | Violine
  • Raphael Flieder | Violoncello
  • Kristin Okerlund | Cembalo
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Diese Produktion wurde ermöglicht mit freundlicher Unterstützung von

bundestheater.at